Beim Skifahren abseits der Piste löste ein Mann eine gewaltige Lawine aus. Die Polizei reagierte drastisch auf das leichtsinnige Verhalten in den Dolomiten.
Belluno – Ein Ausflug im freien Gelände endete für einen Skifahrer in den Dolomiten (Italien) mit einem Schock: Der Mann löste eine 20 Meter breite Lawine aus und wurde selbst von den Schneemassen erfasst. Die Polizei rettete ihn aus der gefährlichen Lage – doch danach folgte die bittere Rechnung.
Der Vorfall ereignete sich in einem der Skigebiete der Provinz Belluno, die unter der Aufsicht der örtlichen Questura – dem Polizeipräsidium Belluno – stehen. Zu diesen gehören die beliebten Wintersportorte Cortina d‘Ampezzo, Arabba, Falcade, Selva di Cadore und Palafavera, teilt die italienische Polizei mit.
Skifahrer löst abseits der Piste 20 Meter Lawine aus – und wird nach Rettung angezeigt
Der Skifahrer löste demnach abseits der Piste eine etwa 20 Meter breite Lawine aus. Beamte der Polizei-Einheit für Pistensicherheit und Bergrettung griffen sofort ein und brachten den Mann in Sicherheit. Doch diese Rettung hat jetzt Konsequenzen: Der Skifahrer wurde anschließend wegen fährlässiger Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, so die Polizei.
Der Einsatz der Polizeibeamten in den Skigebieten beschränkt sich nicht nur auf Notfälle. Täglich leisten sie Hilfe bei Unfällen, Stürzen oder Kollisionen zwischen Skifahrern. Gleichzeitig führen sie eigenen Angaben zufolge präventive Kontrollen durch, um sicherzustellen, dass Wintersportler Helme tragen und über gültige Versicherungen verfügen.
Polizei schimpft über Tiefschnee-Fahrer: „Verstehen nicht, wie gefährlich diese Aktivität ist“
Im Zusammenhang mit dem Lawinenunglück appeliert die italienische Polizei „sich auf der Skipiste korrekt und umsichtig zu verhalten“. Der Polizeipräsident von Belluno Roberto Della Rocca kündigte zudem neue Maßnahmen an: In allen Skigebieten der Region sollen Banner in Italienisch und Englisch aufgestellt werden, um Skifahrer an die grundlegenden Sicherheitsregeln auf den Pisten zu erinnern. „Verstöße gegen diese Regeln können zu verwaltungsrechtlichen und in manchen Fällen auch zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.“ Wer durch rücksichtsloses Verhalten Lawinen auslöst, muss mit ernsten rechtlichen Folgen rechnen.
„Das Einhalten der Regeln ist grundlegend“, betonte Polizeipräsident Della Rocca in der Mitteilung. „Ich glaube sehr an die Prävention“, sagte er im Corriere Delle Alpi. Es gäbe immer noch Skifahrer, die nicht wüssten, dass Helmpflicht bestehe. Darüber hinaus bereitet das Skifahren abseits der Pisten den Sicherheitskräften Sorgen. „Auch beim Thema Tiefschnee: Die Menschen verstehen nicht, wie gefährlich diese Aktivität ist“, warnt Della Rocca. Vor kurzem machte ein ganz anderer Vorfall im Skigebiet Madonna di Campiglio viele sprachlos: Ein Italiener landete mit seinem Heli an der Alpen-Piste und kassierte eine Rekordstrafe. In Südtirol sind bei einem Lawinenunglück am Wochenende zwei Menschen ums Leben gekommen. (Quellen: Questura di Bellluno, Corriere Delle Alpi, Il Dolomiti) (ml)