Julian Brandt rückte in Mainz unverhofft in die BVB-Startelf und lieferte eine Top-Leistung ab. Trainer Niko Kovač ließ ein klares Statement folgen.
Mainz – Am Freitag sorgte Julian Brandt offenbar noch für kurze Aufregung bei Borussia Dortmund. Laut den Ruhr Nachrichten kam der Mittelfeldmann eine Viertelstunde zu spät zum Treffpunkt, wodurch sich die Abfahrt der Mannschaft nach Mainz verzögerte. Keine 24 Stunden später wurde ausgerechnet Brandt beim 2:0-Auswärtssieg des BVB gegen den FSV zur entscheidenden Figur.
Der 29-Jährige profitierte dabei vom Unglück eines Kollegen: Als Serhou Guirassy beim Aufwärmen über Oberschenkelprobleme klagte und kurzfristig ausfiel, rückte Brandt in die Startelf. „Es war ein bisschen überraschend, weil Serhou Schmerzen beim Aufwärmen hatte. Da wird man so ein bisschen ins kalte Wasser geworfen“, erklärte Brandt bei Sky nach dem Spiel.
BVB-Star Brandt meldet sich mit zwei Assists zurück
Für den Nationalspieler war es erst die zweite Startelf-Nominierung der Saison, zuletzt war er lediglich für Kurzeinsätze von der Bank gekommen. Die unverhoffte Chance nutzte Brandt eindrucksvoll. Mit seinen Pässen bereitete er beide BVB-Treffer vor und erhielt gemeinsam mit Torschütze Karim Adeyemi in der Einzelkritik von Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports, die Bestnote 1,5.
Beim 1:0 durch Daniel Svensson in der 27. Minute lieferte Brandt nach sehenswertem Team-Angriff einen Laserpass an den langen Pfosten. „Ich habe darauf gepokert, dass der Ball schwer für den Mainzer ist. Entweder klärt er ihn selbst ins Tor oder er lässt ihn halt durch. Daniel war dann da“, sagte Brandt.
Beim 2:0 von Adeyemi (40.) bewies er seine technische Finesse, weil er die vom Kollegen eigentlich in den Rücken gespielte Kugel anspruchsvoll verarbeiten musste. „Karim hat den extra so gespielt, er wollte ihn wieder haben, damit er das Tor machen kann“, schmunzelte Brandt. „So kriegt er ihn wieder und macht einen sehr guten Abschluss.“
Die Krönung mit einem eigenen Treffer blieb Brandt verwehrt, dennoch meldete sich der dienstälteste BVB-Profi eindrucksvoll zurück. Seit der Klub-WM hat er mit einem Kahnbeinbruch zu kämpfen, musste eine Schiene tragen und sich schließlich einer Operation unterziehen. Abseits seines Treffers nach Einwechslung beim FC St. Pauli war Brandt in der jungen Saison eher unauffällig bis schwach aufgetreten.
In Mainz setzte Brandt nun eine wichtige Duftmarke in seinem letzten Vertragsjahr. Trainer Niko Kovač reagierte prompt auf die Leistung seines Schützlings. „Julian macht einen klasse Job, er hat eine Hand-OP gehabt und war deswegen nicht immer dabei. Aber bei St. Pauli kommt er rein, macht ein fantastisches Tor, heute legt er zwei auf.“
Kovač ließ keinen Zweifel an seiner Wertschätzung: „Also, ich weiß ganz genau, was Julian kann. Er ist ein wichtiger Spieler für uns, für den Klub, und ich hoffe, dass er noch lange hier bleibt.“ Über das Zuspätkommen am Freitag sieht der sonst besonders auf Disziplin achtende Kovač diesmal wohl hinweg.