Asyl: Landratsamt Miesbach richtet Taskforce für Unterkünfte ein - „Brauchen große Lösungen“

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Der Kriegsterror in der Heimat treibt nach wie vor Menschen aus der Ukraine in die Flucht (Symbolbild). © Stefan Puchner/dpa

Das Landratsamt Miesbach hat für die Akquise großer Unterkünfte eine Taskforce eingerichtet. Sie soll dabei helfen, die drei belegten Turnhallen freizubekommen.

Landkreis – Teresa Nitsch wollte es kurz machen mit ihrem Sachstandsbericht zum Thema Asyl im Kreistag. Doch die Diskussion im Gremium, die auf den Vortrag der Abteilungsleiterin für Öffentliche Sicherheit im Landratsamt folgte, zeigte einmal mehr: Das Thema bewegt nicht nur die Bürger, sondern auch die Politiker. „Wir brauchen wirklich Hilfe“, sagte Landrat Olaf von Löwis (CSU) in der Sitzung.

Zuvor hatte Nitsch von der „weiter sehr großen Dynamik“ berichtet. Wenn die Zahlen einbrechen, sei dies meist nur von kurzer Dauer. Mit Blick auf die Akquise von Unterkünften sagte Nitsch: „Man tut sich wahnsinnig schwer.“ Während in den drei Landkreis-Turnhallen der Berufsschule und des Gymnasiums in Miesbach sowie des Gymnasiums in Tegernsee insgesamt weiterhin etwa 600 Menschen untergebracht sind, berichtete die Abteilungsleiterin von mittlerweile 70 gescheiterten Projekten bei nur 18 mit zumindest positiven Aussichten. „Das, was scheitert, ist in der Überzahl“, fasste Nitsch in ihrem Sachstandsbericht zusammen.

Pläne für Vivo-Gelände weiter unkonkret

Deshalb habe sich das Landratsamt neu strukturiert. „Wir haben jetzt eine Taskforce, die sich mit größeren Projekten befasst“, sagte Nitsch. Geleitet werde diese neue Einheit von Beate Faus, Leiterin der Vergabestelle im Landratsamt und ehemalige Organisatorin des Impfzentrums des Landkreises. Die Taskforce soll neben der Suche nach großen Unterkünften auch als Schnittstelle für die mit Asyl beschäftigten Abteilungen dienen. Nitsch schloss ihren Bericht mit der Hoffnung, der Landkreis werde weiter durch die Migrationskrise finden. „Wir geben nicht auf.“

Konkret Bezug auf die Pläne des Landkreises, auf dem Gelände der Vivo in Warngau eine Unterkunft zu errichten, nahmen indes weder Nitsch noch Landrat Olaf von Löwis. Letzterer erklärte lediglich allgemein gesprochen, es seien „einige Dinge in der Pipeline“, zu denen er allerdings noch nichts sagen könne. „Sie sind in einem sehr, sehr frühen Stadium“, berichtete der Landrat.

Vielmehr nutzte Löwis den Sachstandsbericht, um sich bei seinen Mitarbeitern in der Kreisbehörde zu bedanken und die Helferkreise zu loben – denen wohl bald die Luft ausgehe. „Aber ohne sie ginge es gar nicht“, sagte der Landrat.

Landrat schildert Probleme des Landkreises

Dass die Geflüchteten neben dem personellen Aufwand den Landkreis auch finanziell fordern, daran störte sich schließlich Balthasar Brandhofer (Bayernpartei) „unheimlich“. In Bezug auf die Unterstützung vom Bund, die aus seiner Sicht zu gering ausfällt, sagte Brandhofer: „Wenn ihr uns so ein Sauwetter anrichtet, dann stellt uns wenigstens einen Regenschirm zur Verfügung.“ Als das Kreistagsmitglied dann noch forderte, den Brandschutz für Unterkünfte in der aktuellen Notlage „lockerer anzugehen“, bremste Löwis dann aber doch ein. „Wer übernimmt dafür die Verantwortung?“, wollte der Landrat wissen. Löwis beteuerte jedoch, er würde keine Gelegenheit auslassen, die Probleme des Landkreises – wie auch von Brandhofer empfohlen – nach oben weiterzugeben. Robert Wiechmann (Grüne) zitierte dazu Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck: „Wir sind von Wirklichkeit umgeben.“ Solidarität mit dem Landrat und der Verwaltung – „das ist das, was die Bürger von uns erwarten“. nap

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