Ein „Cold Case“ wird endlich geschlossen: Der schauderhafte Leichenfund eines Mannes mit abgetrenntem Kopf am Brenner ist nun gelöst.
Bozen – 17 Jahre hat es gedauert – nun ist der Fall um eine enthauptete Leiche an der Brenner-Autobahn endlich gelöst. Laut dem Leitenden Staatsanwalt der Stadt Bozen in Südtirol, Axel Bisignano, ist der Fall des Fundes vom 21. Februar 2008 abgeschlossen, Darüber berichtete das italienische News-Portal Stol.it zuerst.
Schauderhafter Fund am Brenner: Mann findet verschnürte Leiche ohne Kopf
Dabei waren die Beamten offenbar „einige Monate“ mit dem Fall fertig, doch erst jetzt kam die Information darüber an die Öffentlichkeit.
Was ist ein „Cold Case“?
Ungelöst, aber nicht vergessen. Ein Cold Case bezeichnet ein Kapitalverbrechen oder einen Vermisstenfall, der seit mindestens drei Jahren ungelöst ist und durch neue Ermittlungsergebnisse oder fortgeschrittene Untersuchungsmethoden gelöst werden könnte.
Nicht selten bringt Berichterstattung in den Medien oft die Wende, weil sie zu neuen Zeugenaussagen, Beweisen oder Tatverdächtigen führt. In Deutschland geschieht dies etwa mit dem ZDF-Format „Aktenzeichen XY ungelöst“.
Was war damals passiert? Der Fund trug sich auf der Südspur der A22-Autobahn bei Klausen zu. Ein slowakischer Angestellter der Firma Pojer entdeckte damals um 15 Uhr die Leiche eines hellhäutigen Mannes zwischen 20 und 25 Jahren, die in einem Plastiksack eingewickelt und mit Klebeband verschnürt in einem Karton lag.
Er hatte rasierte Achseln und einen rasierten Intimbereich und vermutlich dichte, schwarze Haare. Dem Toten fehlte allerdings der Kopf, der abgetrennt worden war und nie gefunden wurde. Wie die Obduktion des Teams von Bisignano ergab, war der Kopf posthum abgetrennt worden. Erstickung wurde als Todesursache angegeben.
Identität der Leiche vom Brenner bleibt ein Rätsel – bis jetzt?
Die Identität des Toten blieb allerdings ein Rätsel. Bisignano wurde am Donnerstag, den 12. Juni als neuer Leitender Staatsanwalt vorgestellt und teilte dabei den Durchbruch in dem Fall mit der Öffentlichkeit. Doch er spannt Beobachter dabei weiter auf die Folter: Er will erst in der kommenden Woche eine weitere Pressekonferenz geben, bei der Details des Falles publik gemacht werden. Auch in Bayern gibt es einige Cold Cases. Ein anderer aus Südtirol wurde zuletzt aufgeklärt. (cgsc)