Deutschfeindliche Graffiti sorgen auf Mallorca für Unruhe. Was steckt hinter den Parolen und wie sicher ist der Urlaub wirklich?
Mallorca bleibt auch 2025 das Lieblingsziel vieler deutscher Reisender. Doch in diesem Sommer sorgt eine Welle deutschfeindlicher Graffiti auf der Insel für Verunsicherung. Zwischen neuen Regeln, steigenden Preisen und Protesten gegen Massentourismus fragen sich viele: Sind deutsche Urlauber noch willkommen? Was steckt hinter den Parolen, und wie groß ist die Gefahr wirklich?
Mallorca: Deutschfeindliche Graffiti und Proteste – wie groß ist die Gefahr für Urlauber?
Anfang Juli wurden in Santanyí, einem Hotspot für deutsche Zweitwohnbesitzer, rund 30 Geschäfte und Autos mit Parolen wie „Deutsche raus“ beschmiert. Auch in anderen Orten der Insel tauchten ähnliche Graffiti auf, etwa in Campos. Die Polizei bestätigte die Vorfälle, die vor allem auf Social Media und in der „Mallorca Zeitung“ für Aufsehen sorgten. Viele Urlauber fragen sich nun, ob sie sich Sorgen machen müssen.
Die Welle an Parolen ist Teil einer breiteren Protestbewegung gegen den Massentourismus. In Palma demonstrierten Mitte Juni rund 8000 Menschen unter dem Motto „Weniger Tourismus, mehr Leben“. Die meisten Aktionen verlaufen friedlich und richten sich gegen die negativen Folgen des Tourismus, wie Wohnungsnot und steigende Preise. Dass sich der Unmut nun gezielt gegen Deutsche richtet, ist neu – aber laut Stadtverwaltung nicht repräsentativ für die Mehrheit der Inselbewohner. Auch interessant: Top-Airlines führen neue Gebühren fürs Handgepäck ein – das ist der Grund.
Proteste gegen Massentourismus: Warum Mallorca jetzt härter durchgreift
Mallorca bereitet sich auf eine neue Rekordsaison vor: 2025 werden über 20 Millionen Urlauber erwartet, davon mehr als fünf Millionen aus Deutschland. Die Insel kämpft mit den Folgen: Wohnraum wird knapp, die Preise steigen, Einheimische fühlen sich verdrängt. Immobilienmakler warnen in einem offenen Brief: „Das Recht auf angemessenen Wohnraum ist auf den Balearen zunehmend ein Luxus.“ Die Regionalregierung verschärft daher die Regeln – und setzt auf höhere Touristensteuern, strengere Benimmregeln und mehr Überwachung.
Die deutschfeindlichen Graffiti sorgen für Unsicherheit, doch Übergriffe auf Touristen sind nach wie vor selten. Die Polizei in Palma wird verstärkt, Drohnen und Kameras sollen für mehr Sicherheit sorgen. Die Stadt Santanyí stellt klar: „Nicht die Mehrheit der Bürger steht hinter diesen Taten.“ Auch der Hotelierverband mahnt: „Wer Gäste drangsaliert, verliert jede Glaubwürdigkeit.“ Urlauber können also grundsätzlich beruhigt bleiben – die Insel lebt vom Tourismus und weiß das auch.
Was deutsche Urlauber jetzt wissen müssen: neue Regeln, Bußgelder, Tipps für 2025
2025 gelten auf Mallorca zahlreiche neue Regeln:
- Die Übernachtungssteuer steigt auf bis zu 6 Euro pro Nacht
- Alkoholverkauf nachts eingeschränkt
- Partyboote in Küstennähe verboten
- Strengere Benimmregeln mit teils hohen Bußgeldern
- Sightseeingtouren und Gruppenführungen sind limitiert
- Mietwagen und Autos von der Insel werden teurer
- In Palmas Altstadt gilt ein Fahrverbot für viele ausländische Fahrzeuge
Wer sich an die Regeln hält und respektvoll verhält, muss sich um seinen Urlaub keine Sorgen machen. Die meisten Mallorquiner wissen, wie wichtig die Gäste für die Insel sind. Die Situation bleibt trotzdem angespannt: Die Regionalregierung plant weitere Einschränkungen für Ferienwohnungen und strengere Kontrollen illegaler Vermietungen. Auch eine Gebühr für Autos, die auf die Insel gebracht werden, ist im Gespräch. Damit will man die Balance zwischen Lebensqualität der Einheimischen und Tourismus wahren. Vor kurzem setzte ein Wetterphänomen versetzt ein beliebtes Reiseziel der Deutschen in Angst.