Viral gegangen: Millionen Klicks für Feuerwehr Starnberg

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Fünf Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Starnberg drehten auf einem Feldweg bei Söcking ein Video, das auf Instagram mehr als eine Million Aufrufe hat (v.l.): Zugführer Michael Falk, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr zuständig ist, leitender Gruppenführer Dennis Rubinstein, Atemschutzgeräteträgerin Marie Zilch, Atemschutzgeräteträger Simon Kreitner und Truppführer Lorenz Metzner. © Andrea Jaksch

Mit Humor, Teamgeist und Kreativität zeigt die Freiwillige Feuerwehr Starnberg in den sozialen Medien, wer sie ist. Ein Video zählt allein 1,3 Millionen Aufrufe – die Resonanz reicht weit über Starnberg und den Landkreis hinaus.

Starnberg – Wenn auf dem Instagram-Kanal der Freiwilligen Feuerwehr Starnberg ein neues Reel – also ein kurzes Video – erscheint, sieht das oft ganz anders aus, als typische Bilder von Blaulicht und Einsatzfahrzeugen vermuten lassen würden. Da spielen Feuerwehrleute unter anderem mit einem Warndreieck als Schläger Tischtennis. Oder ein romantischer Sommermoment wird plötzlich unterbrochen von einem roten Kommandowagen und der Frage: „Hey, wir haben eine Ölspur. Kommst du mit?“

Was auf den ersten Blick unterhaltsam wirkt, hat ein klares Ziel: Die Feuerwehr Starnberg zeigt auf ihren Kanälen, was sie macht – und wie vielseitig ihr Alltag ist. In den Videos sind zum Beispiel ausrückende Fahrzeuge durch Rettungsgassen zu in Flammen stehenden Autos auf vereisten Autobahnen zu sehen, und es gibt eindrucksvolle Ausblicke von einer Drehleiter aus auf den Starnberger See.

Starnberger Feuerwehr: Mehr als eine Million Aufrufe

Freiwillige Feuerwehr Starnberg
Marie Zilch und Lorenz Metzner laufen an ihrem Jahrestag entspannt einen Feldweg entlang. © Feuerwehr Starnberg

Das bis dato reichweitenstärkste Video der Feuerwehr zählt inzwischen mehr als 1,3 Millionen Aufrufe auf Instagram und 750 000 auf TikTok. Es zeigt Marie Zilch (23) und Lorenz Metzner (21) unweit der Kreuzung Höhenweg/Hadorfer Straße in Söcking. Die beiden laufen Hand in Hand einen Feldweg entlang und genießen die Sonne – bis ein roter Kommandowagen heranfährt. Es wird zweimal gehupt, und Simon Kreitner (22) fragt, den Arm aus dem Fenster lehnend, in die Richtung des Paares: „Hey, wir haben eine Ölspur. Kommst du mit?“

Feuerwehr Starnberg-Reel
Simon Kreitner fährt im Kommandowagen vorbei, berichtet von einer Ölspur und fragt: „Kommst du mit?“ © Feuerwehr Starnberg

Die Kamera fokussiert auf Lorenz Metzners Gesicht, der antwortet: „Spinnst du? Wir haben Jahrestag.“ In dem Moment beginnt der Song „Your Love“ von der Britpop-Band The Outfield. Die Kamera zeigt, dass Metzners Hand losgelassen wurde, schwenkt auf den Wagen – und darin sitzen grinsend Simon Kreitner und Marie Zilch in voller Ausrüstung auf Fahrer- und Beifahrersitz. Das Blaulicht geht an, Zilch winkt ihrem Freund (die beiden sind auch im echten Leben ein Paar) frech zu – dann erscheint das rote Wappen der Feuerwehr. Das Reel beginnt von vorn. Warum genau dieses Video nun so erfolgreich ist, hängt mit vielen Faktoren zusammen, zum Beispiel mit dem Algorithmus. Genau zu erklären ist das allerdings nicht.

Feuerwehr Starnberg Reel
Und schon sitzt Marie Zilch bei Kreitner im Kommandowagen, trotz Jahrestag. Die beiden grinsen und fahren mit Blaulicht davon. © Feuerwehr Starnberg

Der Dreh habe eine halbe Stunde gedauert, das Schneiden des Videos ebenso, erklärt Michael Falk, der zusammen mit dem leitenden Gruppenführer Dennis Rubinstein (34) hinter der Kamera war. Zusammen mit Martin Küspert kümmert sich Falk um die Social-Media-Accounts. „Unsere Öffentlichkeitsarbeit ist sehr stark auf soziale Medien fokussiert“, erklärt Falk. Er ist Disponent in der Feuerwehr-Leitstelle, Zugführer, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und seit 2012 aktiv. „Wir wollen unter anderem präsentieren, was wir machen“, sagt der 27-Jährige. Auch Mitgliederwerbung sei dabei ein Aspekt.

Michael Falk: „In jeder Hinsicht ein Teamerfolg“

Die Social-Media-Videos sollen nicht nur informieren, sondern auch vermitteln, wie es sich anfühlt, Teil der Gemeinschaft zu sein. Wer auf den Instagram-Kanal geht, sieht auch direkt, dass die Starnberger Wehr Verstärkung sucht. Aber: „Wir erreichen damit hauptsächlich Leute, die bereits einen Bezug zur Feuerwehr haben“, sagt Falk. Der wichtigste Hebel der Mitgliederwerbung bleibe der persönliche Kontakt.

Derzeit zählt die Starnberger Feuerwehr 80 aktive Einsatzkräfte, darunter fünf hauptamtlich Beschäftigte. Weitere sollen dazukommen – bis Jahresende sollen es voraussichtlich 16 Hauptamtliche sein, so Falk. 320 Beiträge sind mittlerweile auf dem Instagram-Account der Wehr zu finden. Die meisten Videos erzielen mehrere tausend Aufrufe – eine starke Resonanz. Dennoch: „Ich habe immer das Gefühl, dass wir zu wenig machen“, sagt Falk und fügt hinzu: „Wir machen lieber gar nichts, bevor wir es nicht gescheit machen. Wir posten nur, was wert ist, darüber zu berichten.“

Dazu gehöre auch, zu zeigen, dass bei der Feuerwehr „nicht immer alles so ernst ist“. Falk: „Wir wollen auch vermitteln, dass wir eine coole Truppe sind.“ Seit 2016 betreut er die Öffentlichkeitsarbeit, Martin Küspert ist seit etwa drei Jahren dabei. Für Falk steht fest: „Die gesamte Öffentlichkeitsarbeit ist in jeder Hinsicht ein Teamerfolg.“ Schließlich sind auf den Videos auch immer wieder Mitglieder der Starnberger Feuerwehr zu sehen – die Gesichter hinter den Einsätzen.

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