Der Bau der zweiten Wasserleitung in Wallgau schreitet voran. Ein kritisches Teilstück ist abgeschlossen. Die Fertigstellung ist für vor dem Winter geplant.
Der Knackpunkt ist überwunden, die Schlüsselstelle passiert: Der Bau der zweiten Trinkwasserleitung in Wallgau schreitet zügig voran. Die anspruchsvollste Etappe – ein 100 Meter langes Teilstück unterhalb der Auhütte – ist abgeschlossen. Das konnte Bürgermeister Bastian Eiter (WWV) in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit sichtlicher Erleichterung verkünden. „Das Schwierigste haben wir jetzt hinter uns“, sagte Eiter.
Die Bedeutung des Projekts ist enorm: Die Trinkwasserversorgung in Wallgau hängt bislang an einer einzigen, über 70 Jahre alten Leitung. Sollte diese beschädigt werden, stünde das gesamte Dorf innerhalb weniger Tage ohne Trinkwasser da. Ein zweiter Kanal soll dieses Risiko nun entscheidend minimieren.
Schwierigste Stelle kam gleich zu Beginn
Der Bau der neuen Leitung hat bereits begonnen. Im ersten Abschnitt wurde die Reserveleitung unter der Isar hindurch verlegt – ein technisch anspruchsvolles Unterfangen, wie sich Eiter vor Ort selbst überzeugen konnte. „Die Leitung wurde per Spülbohrung eingebracht“, erklärt er. Dabei wird nicht mechanisch gebohrt, sondern mithilfe von Hochdruck ein unterirdischer Kanal durch das Erdreich gespült – in diesem Fall millimetergenau von West nach Ost. „Das haben die wirklich beeindruckend präzise gemacht“, lobte der Bürgermeister.
Im nächsten Bauabschnitt kommt das sogenannte Pflugverfahren zum Einsatz – eine besonders umweltschonende Methode: Dabei wird der Boden aufgeschlitzt, das Rohr eingelegt und anschließend wieder verschlossen. Diese Vorgehensweise ist eine Auflage der Naturschutzbehörde, um die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten. Der erste Bauabschnitt soll bis Ende Juli abgeschlossen sein. Die Ausschreibung für den zweiten Abschnitt läuft bereits. „Vor dem Winter soll alles fertig sein“, kündigt Eiter an.
Im Dezember 2023 hat der Gemeinderat bereits die Weichen gestellt
Bereits im Dezember 2023 hatte der Gemeinderat sämtliche Vorbereitungen getroffen, um für einen möglichen Ausfall der bestehenden Leitung gerüstet zu sein. Diese versorgt derzeit rund 400 Gebäude – eine kritische Abhängigkeit, insbesondere mit Blick auf mögliche Störungen, Reparaturen oder Naturereignisse. Die neue Leitung stellt daher eine essenzielle Reserve-Infrastruktur dar. Die Entnahme erfolgt aus einem Tiefbrunnen, rund 1650 Meter östlich des Rathauses am Ostufer der Isar, nahe der Auhütte.
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Das Projekt wird gesamt rund 700 000 Euro kosten. „Jeder davon ist hier bestens investiert“, betont Eiter. Eine Alternative gebe es nicht. 2024 wurden die geografischen und hydrologischen Rahmen㈠bedingungen untersucht, um den optimalen Leitungsverlauf zu bestimmen. Die Planung übernahm das Ingenieurbüro Obermeyer aus Neu-Ulm.