Ein akuter Kanal-Schaden nahe der Rathauskreuzung wird ab Montag für Ärger auf der Ortsdurchfahrt (B2) in Partenkirchen sorgen. Wie lange es dauert, ist derzeit noch unbekannt.
Garmisch-Partenkirchen – So groß die Freude unter Autofahrern ist, dass die Baustelle an der Bundesstraße 2 im Bereich Schwabekurve Ende dieser Woche verschwindet, so wenig wird die Garmisch-Partenkirchner und Pendler diese Nachricht freuen: Ab kommendem Montag stehen wieder Arbeiten an der B2 an – garniert mit massiven Behinderungen. Diesmal mitten im Ort unweit der Rathauskreuzung. Und das direkt zu Beginn der Sommerferien. Der Abwasserkanal unter der Hauptstraße hat im Bereich des Minigolfplatzes Schäden, die sofort behoben werden müssen. Der Verkehr wird auf jeweils eine Spur verengt. „Das hat es jetzt auch noch gebraucht“, seufzt Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU). „Aber das muss gemacht werden. Ich will nicht erleben, dass dort die Straße womöglich unter einem Lkw einbricht.“
Es sind nur 80 Meter Baustelle, die ab Montagmorgen für Ärger sorgen. Dort drohen Staus in beide Richtungen. Und das im Umfeld der viel befahrenen Rathauskreuzung. „Sie ist ein echter Verkehrsknotenpunkt“, betont Christian Frobin aus dem Ordnungsamt. „Deshalb werden wir auch sehr wachsam sein und gemeinsam mit der Polizei ein starkes Auge darauf haben.“ Denn eine komplett blockierte Kreuzung müsse verhindert werden, damit es nicht zum totalen Kollaps kommt.
Techniker der Gemeindewerke stoßen bei Routinespülung auf das Problem
Per Zufall sind die Techniker der Gemeindewerke auf die Notlage gestoßen. „Im Kanalsystem gibt es routinemäßige Spülungen, so ungefähr im Jahresturnus“, erklärt Dr. Sabine Wagner, die Technische Leiterin der Werke. Dabei wurden an dieser Stelle mehrere Betonscherben entdeckt. Die lassen auf eine Beschädigung rückschließen. Also schickten die Experten einen Roboter mit Kamera in den Kanal mit einem Durchmesser von rund 20 Zentimetern. „Wir sind von beiden Seiten reingefahren, und auf beiden kam er an einer Stelle nicht mehr weiter.“ Das veranlasste die Gemeindewerke, sofort Alarm zu schlagen. Denn sollte das Betonrohr im Boden, das ungefähr in einer Tiefe von 1,80 Meter liegt, tatsächlich stärker beschädigt sein, könnte das ungute Folgen haben. Zu einem für die Anwohner in dieser Ecke Partenkirchens – das Einzugsgebiet ist nicht groß, reicht nur bis zur Schornstraße –, die dann mit einem Rückstau des Abwassers in ihre Bäder und Küchen konfrontiert werden könnten. Zum anderen tatsächlich auch für den Verkehr auf der Hauptstraße, da dort die Decke einstürzen könnte. „In München gab es vor einigen Jahren so einen Fall, so weit wollen wir es nicht kommen lassen“, betont Wagner.
Was in 1,80 Meter Tiefe los ist, muss sich erst noch rausstellen
Also müssen Experten ran, die dem Kanal zu Leibe rücken und überprüfen, was in der Tiefe wirklich los ist. „Wir kennen jetzt die beiden Stellen, an denen die Kamera nicht mehr weiterkam, was auf den 40 Metern dazwischen ist, wissen wir nicht“, sagt Wagner. Die Hoffnung ist ganz klar, dass der fragliche Abschnitt nicht beschädigt ist. „Dann müssten wir nur sehr punktuell eingreifen.“ Entdecken die Arbeiter dort ebenfalls Risse oder Abplatzungen, gilt es den Kanal dort zu erneuern. „Dann müssen wir die Straße komplett aufmachen.“ Hätte vor allem Auswirkungen auf den Zeitplan. Für die Instandsetzung der beiden bekannten Schadstellen rechnet die Technische Leiterin mit 10 bis 15 Arbeitstagen, ist der gesamte Bereich beschädigt, verdoppelt sich die Zeit. „Hoffen wir mal, dass alles in Ordnung ist.“
Auf die Anwohner an der Fritz-Müller-, Reintal und Wettersteinstraße bis zur Bahnhofstraße wird die Baustelle ebenfalls Auswirkungen haben. Denn für Rettungsfahrzeuge in Richtung Klinikum muss eine Verbindung stets offenbleiben. „Das läuft dann wie beim Neujahrsspringen“, sagt Koch. Mit Halteverboten an den Straßen. „Wir versuchen, ob es einseitig geht, wenn nicht, dann auf beiden Seiten“, kündigt Frobin an. Als Schutz für die Anlieger soll zudem der Verkehr durch Polizei und Zweckverband in diesem Bereich überwacht werden, um beispielsweise Temposünder in den Wohngebieten einzubremsen.
Bürgermeisterin: „Das ist keine Gaudibaustelle“
„Wir wissen, dass das kein Spaß wird“, resümiert Koch. „Aber es geht nicht anders. Das ist keine Gaudibaustelle, es ist Gefahr im Verzug – ähnlich wie damals beim Fauken an der Schnitzschulstraße.“ Das unterstreicht auch Wagner: „Wir würden das nicht zu diesem Zeitpunkt in den Ferien machen, wenn es nicht wichtig wäre.“