Millionen Dokumente aus den Epstein-Ermittlungen offenbaren neue Details: Eine E-Mail weist darauf hin, dass Trumps Freunde schon 2017 Anzeichen von Demenz bemerkten.
New York City – Seit der Veröffentlichung von über drei Millionen Seiten aus den Ermittlungsakten zu Jeffrey Epstein durch das US-Justizministerium tauchen täglich neue Details auf. Obwohl US-Präsident Donald Trump das Thema gerne beenden würde, hält sich die Debatte. Bekannt ist, dass Trump und der später verurteilte Sexualstraftäter Epstein in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren befreundet waren. In den Dokumenten entdeckten Reporter nun überraschend Hinweise auf Trumps Gesundheit. „Einige beim Abendessen mit Donald gestern Abend waren wegen Demenz besorgt. Sehr viel Make-up. Er erkannte alte Freunde nicht wieder“, heißt es demnach in einer E-Mail von Epstein aus dem Jahr 2017.
Diese Zeilen schrieb er an den späteren Trump-Biografen und Journalisten Michael Wolff. Immer wieder hatte es zuletzt Spekulationen über Trumps Gesundheitszustand. Auslöser waren unter anderem eine von ihm selbst bekannt gegebene MRT-Untersuchung, Blutergüsse an seiner rechten Hand, geschwollene Knöchel und seine geschlossenen Augen bei offiziellen Presseterminen, die oft als Nickerchen interpretiert wurden.
Das Weiße Haus betonte jedoch stets, der Präsident sei bei „exzellenter Gesundheit“. Regierungssprecherin Karoline Leavitt erklärte die blauen Flecken damit, dass Trump häufig Hände schüttele. Ein Erklärungsversuch, der spätestens dann auseinanderfiel, als auch an Trumps linker Hand Blutergüsse auftraten.
Krankheitsverlauf bei Demenz
Der Verlauf von Alzheimer und anderen Demenzformen ist laut Informationen der Alzheimer-Forschung schleichend und individuell unterschiedlich. Er folgt aber typischen Mustern, die sich in vier Stadien gliedern lassen: Es beginnt mit einer leichten kognitiven Störung, die im Alltag kaum auffällt. Betroffene sind „oft noch arbeitsfähig, zeigen jedoch eine verringerte Leistungsfähigkeit.“
In der zweiten Phase, dem sogenannten frühen Alzheimer-Stadium, dominiert Vergesslichkeit im Alltag, besonders im Kurzzeitgedächtnis. „Es wird schwieriger, neue Informationen zu behalten. Gespräche sind anstrengender – oft fehlen Worte oder der Gedanke geht verloren“, so die Experten der Alzheimer-Forschung.
Erst im mittleren Stadium wird die Krankheit dann deutlich sichtbar, etwa durch massive Gedächtnislücken über den früheren Beruf oder zu Familienmitgliedern, die auch das Langzeitgedächtnis betreffen. Im Endstadium dominieren dann völlige Orientierungslosigkeit, selbst nahe Verwandte werden nicht erkannt und Betroffene verlieren die Sprache komplett.
Grönland oder Island? Versprecher heizen Debatte um Demenz weiter an
Im Januar berichtete das US-Medium Politico, dass der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bei Gesprächen mit Diplomaten Zweifel an Trumps Geisteszustand geäußert habe. Fico zeigte sich demnach besorgt über den „psychischen Zustand“ des US-Präsidenten, bestritt jedoch später diese Aussagen und warf Politico eine falsche Berichterstattung vor. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht hingegen offenbar keinen Grund zur Besorgnis: „Ich habe aus meinen Begegnungen mit Präsident Trump keinerlei Veranlassung an seiner Gesundheit zu zweifeln“, sagte er Ende Januar auf einer Pressekonferenz in Berlin.
Obwohl Ferndiagnosen unter Medizinern unüblich sind, äußerte sich ein ehemaliger Dozent der Johns-Hopkins-Universität nun zu Trumps Gesundheit. Der Psychologe John Gartner erklärte gegenüber dem Stern: „Früher konnten wir Jahr für Jahr Unterschiede bei ihm sehen. Jetzt sehen wir sie von Monat zu Monat: Wenn er während Kabinettssitzungen minutenlang die Augen geschlossen hält, in seinen Reden zunehmend abschweift oder wiederholt Grönland mit Island verwechselt. Besonders aber merkt man die Demenz an der Art, wie er sich immer grotesker, hemmungsloser und sozial unangemessener ausdrückt.“ (Quellen: dpa, AFP, Epstein-Files, People, Alzheimer-Forschung, Stern) (bme)