Eltern ließen Elias (3) verhungern: Horror-Details bei Verhandlung in Österreich – jetzt fällt Knallhart-Urteil

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Qualvoll verhungerte der dreijährige Elias in Österreich. Mutter und Vater wurden jetzt wegen Mordes, Quälens und Freiheitsentziehung verurteilt.

Innsbruck – Der kleine Elias wog nur noch vier Kilogramm – als sein Leben am 19. Mai 2024 endete. Der Vater des Dreijährigen hatte am Pfingstmontag (20. Mai) die Polizei in Tirol (Österreich) informiert, dass sein Sohn tot im Bett liege. Schnell stellte sich heraus, dass Elias an Unterernährung gestorben war. Im Prozess am Landgericht Innsbruck fielen am Montag (9. Februar) die noch nicht rechtskräftigen Urteile: Vater und Mutter müssen lebenslang ins Gefängnis.

Urteile Gerichtsprozess in Innsbruck – Eltern ließen dreijährigen Elias verhungern
Eltern ließen Dreijährigen verhungern: Urteile im Fall Elias im Prozess in Innsbruck gefallen – Eltern müssen lebenslang ins Gefängnis. © dpa/ZEITUNGSFOTO.AT/APA

Die acht Geschworenen sprachen das 27-jährige Elternpaar einstimmig schuldig – wegen Mordes, Quälens und Freiheitsentziehung. Die Mutter wird zudem in eine forensisch-therapeutische Einrichtung eingewiesen, da laut Gutachten auch künftig eine Gefahr von ihr ausgeht, wie der ORF berichtet.

Eltern ließen Elias (3) qualvoll verhungern

Beide Angeklagten hatten die Tat gestanden. Sie glaubten laut Ermittlungen, ein Dämon in ihrem Sohn müsse „geschwächt und vernichtet“ werden. Über fünf Monate quälten sie das Kind systematisch – isolierten es, sperrten es weg und entzogen ihm Nahrung und Flüssigkeit. Darüber hätten sich die beiden 27-jährigen Angeklagten auch in Chats und Mails ausgetauscht, führte die Staatsanwältin Verena Pezzei aus.

„Die Angeklagten haben sich unaufhörlich darin bestärkt“, zitiert oe24.at die Staatsanwältin. Die Eltern hätten den Dreijährigen der Staatsanwältin zufolge „entmenschlicht“ – nur von „es“, dem „Mongo“, „Gollum“ oder „Idiot“ gesprochen und sich „ergötzt und darüber lustig gemacht“. Um die Qualen immer live mitverfolgen zu können, habe der Vater im Februar 2024 Überwachungskameras in der Wohnung in Ebbs installiert, die über eine App mit den Handys der Eltern verbunden gewesen waren.

„Kind hatte Greisengesicht, Körper war nur mehr Haut und Knochen“

Die Gerichtsmedizin zeichnete ein erschütterndes Bild. „Nur vom Ansehen konnte man erkennen, dass das Kind verhungert und verdurstet ist“, sagte Gerichtsmedizinerin Elke Doberentz aus. Nur vier Kilo habe der Dreijährige gewogen und damit das Gewicht eines vier Monate alten Säuglings gehabt.

„Das Kind hatte ein Greisengesicht, der Körper war nur mehr Haut und Knochen“, zitiert die Kleine Zeitung die Gerichtsmedizinerin. Hinweise auf Fremdeinwirkungen habe es indes lediglich an den Hand- und Fußgelenken gegeben, die auf „Hautreizungen“ hindeuteten. Dabei war das Kind körperlich gesund gewesen. „Von den Organen her war er ein gesunder Junge“, so die Gutachterin.

Im Prozess haben sich die Geschworenen auch Bilder und Videos des gefolterten Jungen ansehen müssen. „Das Erschrecken über das Gesehene konnte man an ihren Gesichtern ablesen, zum Teil mussten sie sich auch vom Bildschirm abwenden“, heißt es in einem Prozess-Bericht in der Kleinen Zeitung.

Horror-Verhandlung in Österreich: Eltern ließen Elias (3) verhungern

Der Vater wandte sich vor der Urteilsverkündung dem ORF zufolge an das Gericht. „Es gibt keine Erklärung für das, was ich getan habe“, sagte der angeklagte Vater in einer knappen persönlichen Erklärung. Sein Verhalten sei „unentschuldbar“. Die Mutter schwieg dagegen und verwies auf ihre bisherigen Aussagen. Staatsanwältin Verena Pezzei sprach von einem beispiellosen Fall. „So etwas Grausames haben wir in diesem Sprengel noch nie verhandelt – auch österreichweit nicht“, sagte sie in ihrem Schlussplädoyer.

Richter Andreas Mair erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass lediglich die Geständnisse, die Unbescholtenheit sowie die lange Verfahrensdauer bei der Strafzumessung mildernd gewertet wurden. „Die Erschwerungsgründe überwiegen aber massiv“, erklärte er. Der lange Tatzeitraum, der grausame Tod und die Wehrlosigkeit des Kindes seien erschwerend gewesen.

Die Familie lebte zurückgezogen in Ebbs bei Kufstein. Während Elias litt, gingen die Eltern mit den anderen drei Töchtern normal um. Die Mädchen im Alter von einem, drei und sechs Jahren zeigten keine Mangelerscheinungen und kamen nach der Festnahme der Eltern in Pflegefamilien.(Quellen: ORF Tirol, Staatsanwaltschaft Innsbruck, Kleine Zeitung, oe24.at, Tiroler Tageszeitung) (ml)