Dreiste Betrugsmasche auf Urlaubsinsel: Polizist zockt Touristen ab – und kassiert 135.000 Euro

  1. Startseite
  2. Welt

Kommentare

Fünf Jahre lang nutzte ein Beamter auf einer Urlaubsinsel seine Uniform, um Touristen systematisch abzuzocken. Jetzt ist der Betrug aufgeflogen.

Las Palmas – Ein korrupter Polizist hat die beliebte Touristengemeinde Mogán auf Gran Canaria in einen spektakulären Skandal gestürzt. Fünf Jahre lang betrog der Beamte der örtlichen Behörde systematisch ausländische Urlauber und ergaunerte dabei 135.000 Euro. Das perfide System flog durch Zufall auf: Bei einer Routinekontrolle der elektronischen Bußgeldsysteme stießen Verwaltungsmitarbeiter auf verdächtige Anomalien.

Ein Polizist auf Gran Canaria hat mutmaßlich Bußgelder kassiert und selbst behalten. (Symbolbild)
Ein Polizist auf Gran Canaria hat mutmaßlich Bußgelder kassiert und selbst behalten. (Symbolbild) © Dreamstime Shinagawa/imago

Die Vorgehensweise war technisch raffiniert und zynisch zugleich: Der Polizist leitete mit seinem dienstlichen PDA-Gerät reguläre Strafverfahren gegen Touristen ein, kassierte Bargeld für die angeblichen Bußgelder und stornierte die Verfahren anschließend heimlich wieder. Das Geld landete jedoch nie in den Gemeindekassen, sondern in seiner eigenen Tasche. Zahlreiche Strafverfahren waren ohne erkennbaren Grund storniert worden, berichtet Digital Faro Canarias.

Großangelegte Ermittlungen der Guardia Civil gegen mutmaßlichen Betrüger auf Gran Canaria

Im Juni 2025 alarmierte das Ayuntamiento Mogán die Guardia Civil, schreibt Canarias7. Die Ermittler der Comandancia de Las Palmas starteten unter dem Codenamen „Operación PAYCASH“ eine umfassende Untersuchung. Das schockierende Ergebnis: Über 1.000 fingierte Strafverfahren in fünf Jahren und ein Schaden von 135.000 Euro. Viele Betrugsmaschen finden auch digital statt: Bei dieser E-Mail sollten Sie höchst vorsichtig sein.

Der korrupte Beamte hatte es gezielt auf ausländische Touristen mit Mietwagen abgesehen, die sich nicht mit den örtlichen Vorschriften auskannten. Seine Jagdgründe waren Bereiche mit hohem Touristenaufkommen, insbesondere in Puerto Rico. Dort hielt er ahnungslose Urlauber wegen angeblicher Verkehrsverstöße an und forderte sofortige Barzahlung der Bußgelder.

Polizist nutzte bei seiner Betrugsmasche aggressive Einschüchterung gegen Urlauber

Besonders perfide war die technische Umsetzung des Betrugs. Der Polizist leitete mit seinem dienstlichen PDA-Gerät reguläre Strafverfahren ein, was den Anschein von Legitimität erweckte. Nachdem er das Bargeld kassiert hatte, stornierte er die Verfahren wieder – angeblich wegen formaler Mängel. Diese wiederholten Stornierungen ohne rechtliche Begründung wurden ihm schließlich zum Verhängnis.

Der korrupte Beamte nutzte gezielt Einschüchterung und aggressives Auftreten, um Touristen zur sofortigen Zahlung zu bewegen. Zeugenaussagen bestätigen, dass er „sehr aggressiv“ auftrat und bewusst „Angst“ verbreitete, um seine Opfer gefügig zu machen, wie Teneriffa News berichtet.

Festnahme nach siebenmonatiger Observation

Die Guardia Civil ließ sich Zeit für die Ermittlungen: Über sieben Monate observierten die Beamten den Verdächtigen, sammelten Beweise und suchten nach weiteren Geschädigten. Am 2. Februar 2026 erfolgte laut Canarias7 schließlich die Festnahme. Der Polizist wurde wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder und Amtsmissbrauchs angeklagt und nach der Vorführung vor Gericht gegen Auflagen freigelassen. Kürzlich flog auch ein Betrug bei „Bares für Rares“ auf.

Bürgermeisterin Onalia Bueno zeigte sich bestürzt über das Verhalten des Beamten. Das Ayuntamiento hat bereits ein Disziplinarverfahren eingeleitet und wird sich als Nebenkläger dem Strafverfahren anschließen. Die Ermittlungen der Guardia Civil dauern an. Die Behörden prüfen, ob es weitere Geschädigte gibt und ob der Betrug möglicherweise noch länger zurückreicht. Touristen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, werden aufgerufen, sich bei den örtlichen Behörden zu melden. (Quellen: Digital Faro Canarias, Canarias7, Teneriffa News) (tt)

Wie sehen Sie das? Teilen Sie Ihre Gedanken mit der Community.

Haben Sie Fehler entdeckt? Schreiben Sie unserem Autor/unserer Autorin eine Nachricht.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/welt/dreiste-betrugsmasche-auf-urlaubsinsel-polizist-zockt-touristen-ab-und-kassiert-135-000-euro-94161597.html