„Mit der Flagge wurde es eisig“: Maxi Schafroth schildert Eklat auf Grönland

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„An Grenze des Scheiterns“: Maxi Schafroth zweifelt nach Grönland-Eklat an Sinn von Trump-Satire

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Eine US-Flagge in Grönland hissen: Für Ex-Nockherberg-Prediger Schafroth hatte das Folgen. Jetzt sprach er über den Eklat in Nuuk und welche Schlüsse er daraus zieht.

Berlin – Während US-Präsident Donald Trump drohte, Grönland notfalls militärisch zu annektieren, flog Maxi Schafroth mit einem NDR-Team nach Grönland, um die neue Art der Politik der USA aufs Korn zu nehmen. Doch als er vor einem Kulturzentrum in der Hauptstadt Nuuk die US-Flagge hisste, war der Spaß vorbei: Die Polizei schritt ein und Nuuks Bürgermeisterin reagierte höchst verärgert. Der Ex-Fastenprediger vom Nockherberg nahm inzwischen ausführlich Stellung zu dem Eklat.

Ex-Nockherberg-Prediger Maxi Schafroth hisst am 28. Januar 2026 in Grönland eine US-Flagge – das kam schlecht an.
Ex-Nockherberg-Prediger Maxi Schafroth hisst am 28. Januar 2026 in Grönland eine US-Flagge – das kam schlecht an. © Ina Fassbender/AFP

Bereits im Gespräch mit dem Münchner Merkur hatte Maxi Schafroth eingeräumt, dass die Flaggenaktion in Grönland ein Fehler war: In der Situation, als er die US-Flagge hissen wollte, habe „der Kontext gefehlt, das war ein Fehler“, sagte er: „Mir wäre es auch lieber, es hätte geklappt oder wir würden jetzt darüber diskutieren, wer der Welt mehr schadet: ein US-Präsident, der sich aufführt wie ein Schulhofschläger, oder ein Kabarettist, dem der Dreh entgleitet.“ 

„Mit der Flagge wurde es eisig“: Maxi Schafroth schildert Eklat mit „extra 3“ in Grönland

Im Interview mit der Welt zeigte sich Schafroth jetzt noch reumütiger darüber, dass er während des Drehs für einen Satirebeitrag am 28. Januar 2026 vor dem Kulturzentrum in Nuuk die amerikanische Fahne hisste: „Ich irritiere ja gerne, in diesem Fall habe ich aber die Menschen irritiert, denen ich eigentlich eine Stimme geben wollte“, sagte Schafroth, der auf dem Münchner Nockherberg fünfmal als Fastenprediger den Politikern die Leviten las. „Spätestens als die Leute aus dem Kulturzentrum auf mich zugestürmt sind, war mir klar, dass das eine blöde Idee war“, so der Kabarettist. „Mit der Flagge wurde es plötzlich eisig.“

Schafroth wertet die US-Fahnenaktion in Grönland inmitten von Trumps Drohungen gegen das Land mittlerweile als Fehler. „Ich stelle mich nicht hin und sage, wer meinen Humor nicht versteht, ist selbst schuld. In diesem Fall muss ich eingestehen, dass die Aktion einfach nicht gut war.“ Er und das Team der NDR-Sendung „extra 3“, die für die Sendung in Grönland waren, hätten „zu wenig nachgedacht“ in diesem Moment.

Schafroth: Hissen der US-Flagge in Grönland sei falsch interpretiert worden

Lange geplant sei das Hissen der US-Flagge auf dem zentralen Platz in Nuuk gar nicht gewesen, so Schafroth, auch wenn bei der Berichterstattung im Nachhinein der Eindruck entstanden sei. Schon gegenüber dem Münchner Merkur hatte der Allgäuer gesagt, man habe die Flagge ursprünglich in einen Schneeberg am Straßenrand stecken wollen, „aber dann stand da dieser Mast, und der Rest ist ja nachzulesen“.

Eben weil die Aktion so spontan gewesen sei, habe man vorher nicht mit den Behörden in Grönland gesprochen, sagt der Kabarettist der Welt. „Von vielen wurde die Aktion so interpretiert, dass wir den Ort gezielt ausgewählt haben, um bewusst maximale Fassungslosigkeit auszulösen – das war aber überhaupt nicht der Plan.“

Schafroth wollte mit Aktion in Grönland USA kritisieren – Trump-Satire überhaupt möglich?

Für den „extra 3“-Dreh sei er in die Rolle des breitbeinigten US-Amerikaners geschlüpft, sagte Schafroth unserem Blatt – mit der Intention, „das aggressive und undemokratische Verhalten der USA zu kritisieren“. Vielleicht hätte er dafür besser eine Trump-Perücke getragen, um den Satirecharakter besser zu verdeutlichen. Allerdings frage er sich mittlerweile, inwieweit man eine Person wie US-Präsident Donald Trump überhaupt satirisch überhöhen könne. Man gelange da „nah an die Grenze des Scheiterns“, so Schafroth im Welt-Interview.

Trotzdem sei es wichtig, in Satiresendungen an die Grenzen des Humors zu gehen, glaubt der 41-Jährige: Das gelte für „extra 3“, aber auch für den Nockherberg, bei dem sich jedes Jahr zum Starkbieranstich die Prominenz aus CSU, CDU, SPD und Grünen versammelt, um Spott und Häme über sich ergehen zu lassen: „Wir müssen doch ehrlich sein, die Länder, in denen so etwas möglich ist, können wir bald an einer Hand abzählen.“

Maxi Schafroth war Fastenprediger am Nockherberg und wird 2026 ersetzt

Maxi Schafroth war seit 2019 lang Fastenprediger am Nockherberg und las Markus Söder (CSU) und anderen bayerischen Politikern die Leviten. 2026 wird er vom früheren Söder-Double im Singspiel, Stephan Zinner, ersetzt. Den Beitrag über Grönland in der NDR-Satiresendung „extra 3“ hat der Sender nach dem Eklat in Nuuk gestrichen. (Quellen: Münchner Merkur, Die Welt) (smu)

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