SC Riessersee: Der stille Frust des Trainers

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Nur einen Satz spricht Markus Jocher auf der Pressekonferenz zum Spiel in Passau. Der zeigt, wie sehr es im Coach des SC Riessersee brodelte. © Andreas Mayr

Der SC Riessersee verliert nach schwacher Vorstellung bei den Passau Black Hawks mit 2:5, wo die Special-Teams den Unterschied machen.

Passau – Die maximale Ausbeute hatte Markus Jocher angesichts der Duelle mit Höchstadt, Passau, Stuttgart und wieder Höchstadt im Sinn. Diese Mission ist bereits nach dem zweiten Spiel gescheitert. Auf das 4:1 in Höchstadt ließ der SC Riessersee ein 2:5 bei den Black Hawks aus Passau folgen.

Passau schießt drei Tore in Überzahl

Der Unterschied in dieser Partie der Eishockey-Oberliga Süd ist ganz einfach an der Statistik abzulesen. Jeweils kassierten die Teams zehn Strafminuten. Die Gastgeber nutzten die für drei Tore, die Gäste ließen ihre ungenutzt. Entsprechend resümierte Passaus Coach Petr Bares hinterher: „Großes Lob an die Special-Teams, die haben uns das Spiel gewonnen.“

Schwaches Powerplay des SCR

Das Powerplay der Werdenfelser ließ in dieser Saison ohnehin schon zu wünschen übrig. Mit mageren 16 Prozent belegten sie bereits vor der Reise in die Dreiflüssestadt den vorletzten Rang. Dort boten sie mit einem Mann mehr auf dem Eis eine unterirdische Leistung gegen das mit Abstand schwächste Team der Liga im Penalty-Killing (58 Gegentore). Während Passau in seiner ersten Überzahlsituation zu Beginn des zweiten Abschnitts den Führungstreffer von Tobias Echtler egalisierte, vollbrachten die Riesserseer bei 1:50 Minuten mit einem Mann mehr auf dem Eis das Kunststück, lediglich drei Schüsse abzugeben, von denen nur einer gefährlich war.

SCR-Coach verliert nur einen Satz auf der Pressekonferenz

Konnte Jocher ebenso wenig gefallen wie das gesamte Bild, das sein SCR auf dem Eis abgab. Der Coach bevorzugt das ruhige, strukturierte Eishockey samt kompakter Defensive und geduldiger Offensive. Er bekam Hektik pur. Schnelle Gegenzüge auf beiden Seiten begünstigt durch haarsträubende Fehler im Aufbau. Gepaart mit unpräzisen Pässen in der Offensive und überhasteten Abschlüssen. Das komplette Gegenteil von dem, was Jocher sehen will. In ihm kochte es entsprechend hinterher auf der Pressekonferenz, doch er entlud seinen Unmut nicht. „Mein Fazit ist kurz und knackig: Wir haben 2:5 verloren, es gibt nicht viel zu sagen.“ Das war‘s. Ende des Statements. Bei mehr Worten hätte er sich wohlmöglich in Rage geredet. So war es der stille Frust des Trainers.

SCR verliert zunehmend den Faden

Mit fortlaufender Spieldauer kassierte der SCR nicht nur zwei weitere Gegentore in Unterzahl, er verlor auch zunehmend die Zweikämpfe, die Struktur im Fünf-gegen-fünf, die zweifache Führung und die Diszipliniertheit. Beim Kontingentspieler-Auswahlentscheid hatte erneut Charles Risk den Kürzeren gezogen (krank). Somit stand Robin Soudek im Aufgebot, doch wieder konnte der Tscheche nicht überzeugen. Er fiel hingegen wie schon gegen Füssen mit einer völlig unnötigen Strafe negativ auf.

Diverse Fehler bei den Gegentoren

Auch seine Mitstreiter bekleckerten sich nicht mit Ruhm. Beim 2:2 schlugen Jesse Roach und Echtler Luftlöcher, ehe Carl Larsson einnetzte. Beim 3:2, Passaus erster Führung, hielt Andreas Mechel Schuss um Schuss, doch seine Vordermänner brachten einfach die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone. Beim 4:2 verlor Parker Colley seinen Gegenspieler aus den Augen. Und beim 5:2 schauten eigentlich alle Weiß-Blauen auf dem Feld nur zu.

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