Mütterrente kommt 2027 – doch schon jetzt ist der große Haken hinter Söders Plan bekannt

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Eltern mit vor 1992 geborenen Kindern bekommen ab 2027 mehr Rente. Doch für Sozialleistungsempfänger könnte das zum Problem werden.

Berlin – Ab 2027 gibt es gute Nachrichten für Millionen Eltern: Die Mütterrente III bringt zusätzliches Geld. Allerdings wird erst 2028 rückwirkend ausgezahlt. Und es gibt Kritik an der Umsetzung, besonders mit Blick auf Sozialleistungsempfänger.

Die Mütterrente ist keine eigene Rentenart, sondern ein Zuschlag zur gesetzlichen Rente für Kindererziehungszeiten. © Collage Cavan Images/IMAGO - W2Art/IMAGO

Innerhalb der CDU herrscht große Uneinigkeit. Während sich CSU-Chef Markus Söder für die Erhöhung der Mütterrente einsetzt, gibt es massiven Widerstand. Johannes Winkel von der Jungen Union nannte die Aufstockung im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung einen „Irrsinn". Mütter, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, würden zusätzlich belastet, da die Mütterrente mit diesen verrechnet wird. Der CDU-Wirtschaftsrat fordert sogar die Abschaffung der Mütterrente.

Was sich konkret bei der Mütterrente ändert

„Als Teil der gesetzlichen Rente wird die Mütterrente III unter Umständen auf Sozialleistungen wie beispielsweise die Grundsicherung oder das Wohngeld angerechnet“, heißt es seitens der Deutschen Rentenversicherung. Die im Dezember beschlossene Mütterrente III tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Sie gilt für Eltern, die Kindererziehungszeit für ein vor 1992 geborenes Kind übernommen haben. Künftig werden drei statt zweieinhalb Erziehungsjahre angerechnet – das entspricht drei Rentenpunkten. Diese Zeit wird auf die Pflichtbeitragszeiten gutgeschrieben, da Eltern in den ersten Jahren nach der Geburt oft nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können.

Pro halbem Jahr wird ein halber Rentenpunkt berechnet, der aktuell bei 20,40 Euro liegt. Bei drei Jahren ergibt das nach aktuellem Stand 122,40 Euro pro Kind zusätzlich. Dieser Wert steigt jedoch bei jeder Rentenanpassung. Rund zehn Millionen Rentnerinnen und Rentner könnten profitieren. Finanziert wird das aus Steuermitteln.

Warum sich die Auszahlung der Mütterrente verzögert

Die Deutsche Rentenversicherung begründet die einjährige Verzögerung mit hohem technischem Aufwand. Eine Abschaffung der Mütterrente würde besonders Frauen treffen, deren Renten durch Erziehungszeiten oft niedriger ausfallen. (Quellen: Deutsche Rentenversicherung, noz.de) (cur)