Nach EU-Entscheidung: Danone-Rückruf massiv ausgeweitet – über 120 Chargen betroffen

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Danone ruft in Deutschland erneut Chargen seiner Babynahrung zurück. (Symbolbild) © Armin Weigel/dpa

Als Reaktion auf Empfehlungen der Lebensmittelbehörde EFSA hat Danone weitere Chargen von Babynahrung zurückgerufen. Eltern sollten die Produkte nicht verfüttern.

München – Der Lebensmittelriese Danone hat den Rückruf von Babynahrung in Deutschland deutlich ausgeweitet. Danone rief am Donnerstag (5. Februar) mehr als 120 Produktionschargen der Marken Aptamil und Milumil in Deutschland und Österreich zurück. Dies geschehe „vor dem Hintergrund der aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert“, erklärte das Unternehmen.

Aptamil ist eine 1968 eingefuehrte und heute international verwendete Marke fuer Babynahrung des Lebensmittelunternehme
Vorsicht ist derzeit geboten bei Baby-Nahrung von Aptamil. Danone hat offenbar einen Rückruf gestartet. (Symbolbild) © Manfred Segerer/imago

Auslöser für die Ausweitung sind neue Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zu Grenzwerten für das Bakteriengift Cereulid. „Produkte der betroffenen Produktionschargen sollen nicht weiter gefüttert und dort zurückgegeben werden, wo diese gekauft wurde“, teilte das Unternehmen mit.

Rückruf bei Danone wegen Bakteriengift ausgeweitet – Gesundheitsgefahr für die Kleinsten

Wie auch über das Portal lebensmittelwarnung.de kommuniziert wurde, hat der Hersteller seine erste Warnung vom 30. Januar für die Produkte Aptamil Pronutra, Aptamil Profutura DuoAdvance und Milumil in einer Mitteilung aktualisiert.

Rückruf bestimmter Chargen von Aptamil und Milumil
Folgende Produkte sind im Rückruf von Danone enthalten. Genau Informationen finden Verbraucher auf den Markenwebsites. © Danone/dpa

Die aktuelle Rückrufaktion betrifft ebenfalls in Österreich vertriebene Chargen, da grenzüberschreitender Warenverkehr möglich ist. Auf den Internetseiten aptaclub.de und milupa.de haben Eltern die Möglichkeit, anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums zu überprüfen, ob die von ihnen erworbenen Produkte von dem Rückruf betroffen sind. Ärzte empfehlen nachdrücklich einen Arztbesuch, falls Säuglinge nach dem Verzehr Anzeichen wie Erbrechen oder Durchfall aufweisen.

Hintergrund für den erweiterten Rückruf sind aktuelle Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu Grenzwerten für Cereulid. Das von Bakterien produzierte Gift kann schon 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Aufnahme zu unvermittelter Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen führen. Für Säuglinge können derartige Magen-Darm-Erkrankungen besonders bedrohlich sein und rasch zu Komplikationen führen.

Rückruf von Babynahrung nach neuen Empfehlungen der EU-Behörde

Die Efsa hatte am Montag (2. Februar) zum ersten Mal einen Sicherheitsrichtwert speziell für Säuglinge festgelegt. Die wissenschaftliche Leitlinie zu vorsorglichen Schwellenwerten für Cereulid in Säuglingsnahrung soll EU-Behörden dabei unterstützen, schneller und einheitlicher über notwendige Rückrufe zu entscheiden. Die EU-Kommission hatte die in Parma ansässige Behörde zuvor um eine Einschätzung zur Gefährlichkeit des Toxins für Säuglinge gebeten.

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Immer wieder werden Produkte oder auch Lebensmittel zurückgerufen. Mit unserer PDF-Checkliste sind Sie bestens vorbereitet und können schnell reagieren. (Montage) © IPPEN.MEDIA

Eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung oder mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung „könnten zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen“, erklärte die Behörde. Die Wissenschaftler schlugen für Säuglinge eine zulässige Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht vor. Bereits Anfang Januar und nun erneut Anfang Februar hatte der Nahrungsmittelkonzern Nestlé wegen desselben Giftstoffs verschiedene Produkte der Marken Beba und Alfamino vom Markt genommen. (Quellen: dpa, afp, lebensmittelwarnung.de, Mitteilung Danone) (jm)

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