Ein Automobilzulieferer bei Stuttgart meldet Insolvenz an. Trotz laufendem Betrieb und zufriedenen Kunden steckt das Unternehmen in der Krise.
Mahlstetten – Die Krise in der deutschen Automobilindustrie greift weiter um sich. Jetzt musste ein Stuttgarter Automobilzulieferer Insolvenz anmelden. Das Amtsgericht Rottweil hat bereits das Verfahren eröffnet, berichtete die mit der Insolvenz beauftragte Kanzlei PLUTA am Donnerstag (5. Februar). Als Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Ilkin Bananyarli bestellt.
Zulieferer mit spanischen Wurzeln ist insolvent – 100 Mitarbeitende bei Teknia Stuttgart
Teknia Stuttgart ist ein Tochterunternehmen der spanischen Teknia-Gruppe und hat sich auf Fahrwerks- und Lenkungskomponenten für die Automobilindustrie spezialisiert. Das Mutterunternehmen betreibt 23 Produktionsstätten in 12 Ländern. Über die Standorte hinweg beschäftigt die Unternehmensgruppe laut eigenen Angaben rund 3500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der deutsche Ableger, der seinen Sitz nicht in Stuttgart selbst, sondern im rund 120 Kilometer entfernten Mahlstetten im Landkreis Tüttlingen hat, beschäftigt etwa 100 Mitarbeitende.
Laut Pluta sollen die Geschäftsbetriebe im laufenden Verfahren weitergeführt werden. Bestehende Aufträge würden erfüllt und die Mitarbeitenden weiter bezahlt. Bananyarli habe bereits „sehr gute Gespräche“ mit den Kunden geführt, die die Fortführung des Betriebs weiter unterstützen würden.
Neuer Investor soll Automobilzulieferer retten – „braucht einen Investor für die Zukunft“
Um gegen die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens vorzugehen, sucht Teknia Stuttgart nun einen neuen Investor. „Die Kunden sind weiter an Bord und die Auftragslage ist stabil. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Investorensuche. Das Unternehmen braucht einen Investor für die Zukunft“, so Anwalt Bananyarli.
Das eröffnete Insolvenzverfahren bezieht sich laut der Kanzlei ausdrücklich nur auf den Standort in Deutschland. Durchgeführt werden soll das Verfahren über einen sogenannten M&A-Prozess (Mergers & Acquisitions-Prozesses). Teknia Stuttgart soll also verkauft, oder mit einem anderen Unternehmen zusammengelegt werden. (Quellen: PLUTA, Teknia, North Data) (nhi)