Reisende der Iberischen Halbinsel müssen erneut mit schweren Unwettern rechnen. Das Auswärtige Amt warnt vor Überschwemmungen.
Lissabon – Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für Portugal angepasst (6. Februar) und warnt vor einer dramatischen Extremwetterlage. Nach verheerenden Sturmtiefs drohen weitere schwere Unwetter mit lebensbedrohlichen Überschwemmungen.
Die Iberische Halbinsel wurde bereits von mehreren Sturmtiefs mit enormen Regenmengen getroffen – die Bilder zeigen das drastische Ausmaß. Das nächste Tief „Marta“ soll ab dem 7. Februar 2026 hauptsächlich die Regionen Algarve und Alentejo, aber auch den Großraum Lissabon erreichen. Die Situation verschärft sich dramatisch, da die durch wochenlange Regenfälle gesättigten Böden kaum zusätzliches Wasser aufnehmen können.
Sturmtief „Marta“ rast auf Portugal und Spanien zu – Auswärtiges Amt verschärft die Reisehinweise
Besonders kritisch ist die Lage an den Flüssen: Hohe Flusspegelstände steigen durch die notwendige Öffnung der Talsperren weiter an. Die portugiesische Zivilschutzbehörde warnte bereits am 5. Februar 2026 eindringlich vor Aufenthalten an Flussufern. Überschwemmungen können nicht ausgeschlossen werden. In Porto im Norden des Landes wurde die Flussfahrt gestoppt. Im Zentrum von Portugal wurde die Warnstufe für Überschwemmungen durch den Fluss Tejo im Gebiet von Santarém nördlich von Lissabon auf die höchste Stufe Rot angehoben. Etwa 250 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, weitere 350 waren zuvor bereits in anderen Gebieten Portugals evakuiert worden.
Dabei trifft „Marta“ neben Portugal auch Spanien. In der südspanischen Region Andalusien waren noch rund 8000 Menschen vorsorglich aus ihren Häusern evakuiert, darunter allein 1500 aus dem Gebirgsort Grazalema. Ab Samstag werden in der Region heftige Regenfälle erwartet.
Das Auswärtige Amt gibt folgende konkrete Verhaltensregeln heraus:
Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie Anweisungen lokaler Behörden beachten.
Beim Portuguese Institute for Sea and Atmosphere IPMA informieren.
Derzeit nicht an Stränden und Küsten aufhalten.
Frau in Südspanien weiter vermisst
„Uns machen die Flussläufe, die überschwemmten Gebiete und die 85 unterbrochenen Straßen Sorgen“, erklärte der zuständige Regionalrat für Katastrophenfälle der Regierung von Andalusien, Antonio Sanz. Die Region Andalusien ist von den Starkregenfällen infolge von „Leonardo“ besonders betroffen. Im Gebiet von Grazalema in der Provinz Cádiz fiel nach Angaben der Behörden binnen 16 Stunden so viel Regen wie in Madrid im ganzen Jahr. Evakuierungen waren auch in Wohngebieten entlang des Flusses Guadalquivir in der Region von Córdoba nötig.
In Südspanien wird weiter eine Frau vermisst, die ihren Hund aus einem reißenden Fluss retten wollte. In Portugal war ein Mann in seinem Auto von den Fluten fortgerissen worden und gestorben.
Gefahr auch von Erdrutschen und Überschwemmungen ist hoch
„Es handelt sich um eine zerstörerische Krise“, hatte der portugiesische Regierungschef Luis Montenegro am Donnerstag gesagt. Portugiesische Medien hatten bereits nach Sturm „Kristin“ von mindestens neun Todesopfern berichtet, andere von fünf. Hunderte wurden verletzt.
Und nun folgt „Marta“. Das Problem ist: Die Böden sind von vorherigen Unwettern gesättigt, wodurch die Gefahr auch von Erdrutschen steigt. Die Auswirkungen können fatal sein, wie ein Erdrutsch in Italien zuletzt zeigte. (Quellen: Auswärtiges Amt, AFP) (mke)