Alkohol war gestern: Trend zwingt Städte an Karneval zu erweiterten Kontrollen bei Minderjährigen

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Behörden reagieren beim Karneval auf verändertes Konsumverhalten der Jugend: Neben Alkohol rücken andere Substanzen in den Fokus der Präventionsarbeit.

Der Straßenkarneval stellt Jugendschutzbehörden seit Jahren vor Herausforderungen. Während früher vor allem exzessiver Alkoholkonsum bei Minderjährigen im Mittelpunkt der Präventionsarbeit stand, beobachten Experten inzwischen einen deutlichen Wandel im Freizeitverhalten junger Menschen. Bundesweit sinken die Zahlen der Krankenhauseinweisungen wegen Alkoholvergiftungen kontinuierlich. Diese Entwicklung erfordert neue Ansätze in der Kontrollstrategie, denn andere Substanzen rücken nun in den Fokus.

Menschen schauen den Kölner Rosemontagszug
Alkohol war gestern: Trend zwingt Städte an Karneval zu erweiterten Kontrollen bei Minderjährigen. (Symbolbild) © Political-Moments/Imago

Städte wie Krefeld erweitern ihre Kontrollen an Karneval 2026, weil Jugendliche zunehmend zu E-Zigaretten und Vapes statt zu Alkohol greifen. Der städtische Kinder- und Jugendschutz setzt bei den mobilen Kontrollen am 15. und 16. Februar gemeinsam mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) laut der Rheinischen Post einen neuen Schwerpunkt: Neben allgemeinen Hilfsangeboten sollen Minderjährige gezielt über die Risiken von E-Zigaretten sensibilisiert werden, da diese trotz gesetzlichem Verbot für unter 18-Jährige weit verbreitet sind.

Jugendschutz Karneval: Kontrollen gegen Vapes und E-Zigaretten bei Minderjährigen

Erik Oschek, Leiter des Sachgebiets Kinder- und Jugendschutz in Krefeld, berichtet von einem drastischen Wandel: „Alkohol spielt bei jungen Menschen in diesem Kontext kaum noch eine Rolle.“ Die Hemmschwelle bei E-Zigaretten sei deutlich niedriger, da keine unmittelbare Rauschwirkung eintrete. Besonders problematisch seien die bunten Gehäuse und süßen Geschmacksrichtungen, die bereits Zehnjährige zum Konsum verleiten. Auch Snus, ein in Deutschland verbotener Mundtabak, gewinne an Popularität.

Testkäufe der Stadt an zwei Tagen in 20 Kiosken offenbarten erhebliche Verstöße: In der Hälfte der kontrollierten Läden konnten minderjährige Testpersonen E-Zigaretten erwerben. Die Verkäufer müssen mit Bußgeldern rechnen, bei Wiederholungen droht der Konzessionsverlust. Bundesweit mussten 2024 knapp 9.000 Jugendliche wegen Alkoholvergiftung behandelt werden – der niedrigste Wert seit 25 Jahren. In Krefeld waren es nur 14 Fälle, verglichen mit dem Höchststand von fast 27.000 bundesweit im Jahr 2012. In den folgenden Tagen könnte uns übrigens ein seltenes Wetterphänomen bevorstehen.

Die Corona-Pandemie gilt als entscheidender Wendepunkt im Konsumverhalten: Jugendliche feiern seitdem seltener in großen Gruppen in der Öffentlichkeit. Die Stadt Krefeld verzeichnet bereits einen Erfolg bei der Lachgas-Prävention – nach dem 2025 beschlossenen Verkaufsverbot für Minderjährige sind die Flaschen nahezu aus den Regalen verschwunden. Für Rückfragen steht Carsten Pohlscheid vom Kinder- und Jugendschutz unter 02151-863974 zur Verfügung. Auch bei diesen Getränken fordert die Verbraucherzentrale ein Verbot für Minderjährige.

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