Seltenes Phänomen: Ein Wüstentief über Nordafrika könnte winterliche Bedingungen in Mitteleuropa beeinflussen und mit Sahara-Staub den Schnee rot färben.
Winterliche Wetterlagen in Mitteleuropa werden in der Regel von atlantischen Tiefdruckgebieten geprägt, die feuchte Luftmassen und Niederschlag bringen. Doch wenn Drucksysteme aus südlicheren Regionen eingreifen, können ungewöhnliche Phänomene entstehen. Besonders selten ist die Konstellation, bei der Luftströmungen aus Nordafrika mit winterlichen Bedingungen zusammentreffen. Meteorologen sprechen dann von einer außergewöhnlichen Wetterlage, die nur unter speziellen Voraussetzungen auftritt.
In Deutschland könnte es am Donnerstag (5. Februar) und den darauffolgenden Tagen laut Weather.com zu einer außergewöhnlichen Wetterlage kommen: Zusammen mit Schneefall erreicht Saharastaub aus Nordafrika Teile des Landes, wodurch der Schnee rötlich oder bräunlich gefärbt sein könnte. Diese Kombination wird als Blutschnee bezeichnet und ist extrem selten. Meteorologe Jan Schenk erklärt gegenüber FOCUS online: „Im Föhn vom Atlasgebirge entsteht ein Tiefdruckgebiet, das aus der Sahara sehr viel Staub mitnimmt und diesen Richtung Italien und Deutschland führt.“
Blutschnee in Deutschland: Wo können wir mit Saharastaub rechnen?
Betroffen sein könnten vor allem Gebiete nördlich von Berlin, wo der Regen in Schnee übergeht. Zu den Regionen, in denen das Phänomen auftreten kann, zählen laut Prognose neben Berlin auch Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Alpen. Schenk betont die Seltenheit: „Saharastaub kommt im Sommer öfter mal vor, im Winter eher selten – und dann muss es bei uns auch noch schneien. Ich erinnere mich kaum daran, dass es mal so eine Lage gegeben hat.“
Die feinen Staubpartikel in der Atmosphäre dienen als Kristallisationskerne für Schneeflocken und können den Niederschlag verstärken. Der Meteorologe weist auf einen interessanten Nebeneffekt hin: „Deswegen könnte der Schnee auch ein bisschen stärker ausfallen, als im Augenblick prognostiziert.“ In den meisten Fällen hinterlässt das Phänomen rot-bräunliche Schlieren auf Fensterscheiben oder Fahrzeugen. Grundsätzlich ist der Staub im Schnee ungefährlich, es handelt sich lediglich um ein außergewöhnliches Naturschauspiel. In einigen Teilen Deutschlands kommt es außerdem zu gefährlichem Glatteis.
Die Staubwolke aus Nordafrika reicht bis nach Dänemark, Schweden und Norwegen, wo ebenfalls mit dem seltenen Winterphänomen gerechnet wird. In Italien und auf dem Balkan kann es bereits zu Blutregen kommen, während in höheren Lagen der Niederschlag als Schnee fällt. Ob das Phänomen tatsächlich sichtbar wird, hängt von der Intensität des Staubeintrags und der Schneemenge ab. Meteorologen beobachten die Entwicklung des Tiefdruckgebiets im Lee des Atlas-Gebirges weiterhin genau. Auch interessant: Geldschein mit mysteriösem Stempel gefunden – ist er wertvoll?