Der Bezirkschef der Agentur für Arbeit Freising geht in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin ist bereits mittendrin im Geschäft.
Flughafen/Landkreis – Am Gardasee kann man auch einen Halbmarathon laufen, erzählte Nikolaus Windisch. Als Langstreckler und Italo-Fan ist der 64-Jährige Doppelexperte. Ausdauer bewies er auch im Berufsleben: 46 Jahre und vier Monate arbeitete er für die Bundesagentur für Arbeit, seit 2019 als Geschäftsführer des Bezirks Freising, zu dem auch die Landkreise Erding, Ebersberg und Dachau gehören. Jetzt ist Schluss: Jetzt erfolgte vor zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft die offizielle Stabübergabe. Nachfolgerin ist Andrea Olschewski-Schmitt – Dackel-Freundin und Schottland-Fan, wie Peter Michel, Geschäftsführer der Regionaldirektion, verriet.
Vor allem aber ist die Fürstenfeldbruckerin seit bereits 36 Jahren bei der Agentur tätig. Gestartet im Berufsinformationszentrum, habe sie die Arbeit von der Pike auf gelernt, zuletzt bei der größten Agentur in München. Nun geht es in einen Bezirk mit wahrscheinlich den besten Erwerbslosenquoten überhaupt. „In München sind die Arbeitslosenzahlen natürlich andere“, sagte die 55-Jährige. „Aber auch hier ist die Arbeitslosigkeit gestiegen.“ Gleichwohl sei dies nur moderat gewesen, „und es schaut so aus, als ob sich die Lage aktuell stabilisiert“. Dafür werde man auch alles tun.
Im Gespräch mit der Heimatzeitung wird deutlich: Die neue Geschäftsführerin ist bereits mittendrin im Geschäft. „Ich war in den ersten vier Wochen schon sehr viel unterwegs, um die Region kennenzulernen, war gestern bei der Firma Jungheinrich, habe alle Jobcenter-Geschäftsstellen besucht und an Roundtable-Gesprächen mit dem Dachauer Oberbürgermeister zum Thema Arbeitsmarkt teilgenommen.“ Ihr Ansatz: Menschen bei allen Fragen rund um den Arbeitsmarkt unterstützen, aber auch die Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften. „Wir müssen beides zusammenbringen.“ Jede Stadt und jede Region brauche ihre eigene Unterstützung. „Dafür haben wir einen riesigen Werkzeugkoffer mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, den wir gezielt einsetzen können.“ Das war bislang die Aufgabe von Windisch, der 2019 von Regensburg in die Airportregion gekommen war – und damit kurz vor der Corona-Krise, die den Beschäftigten am Flughafen 27 Monate Kurzarbeit beschert hatte, wie Michael Roth von der Flughafen München GmbH berichtete. Windisch habe zwar einen Oberpfälzer Slang, aber auch eine sachliche und klare Sprache gehabt, mit der er geholfen habe, die Krise zu bewältigen. Dies bestätigte auch Rainer Mehringer, Vorsitzender des Personalrats.
Ihr Ansatz: Menschen bei allen Fragen rund um den Arbeitsmarkt unterstützen, aber auch die Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften. „Wir müssen beides zusammenbringen.“ Jede Stadt und jede Region brauche ihre eigene Unterstützung. „Dafür haben wir einen riesigen Werkzeugkoffer mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, den wir gezielt einsetzen können.“
Das sei Teamarbeit gewesen, betonte Windisch. Auf die Frage, was er vermissen werde, antwortete er prompt: „Meine Kollegen, denn in diesen fast sieben Jahren haben sich besondere Beziehungen aufgebaut.“ Und auch der Freisinger Domberg werde ihm fehlen – ein Sehnsuchtsort für ihn und seine Frau Monika, die übrigens zeitgleich mit ihm in den Ruhestand ging.
Nun wolle man mehr Konzerte besuchen, öfter an den Gardasee reisen, „und das Laufen ist zuletzt ein wenig zu kurz gekommen“. Bis zum Halbmarathon am Gardasee bleibt noch Zeit: Er findet erst im November statt.