Trotz Bilderbuch-Winter setzt sich die Trockenheit weiter fort

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In tieferen Lagen hielt sich die Schneedecke lange und lud, wie hier in der Nähe von Habach, zu langen Winterspaziergängen ein. © Angela von Drachenfels

Der Januar war sonnig und kalt, aber viel zu trocken. Die Schneehöhen blieben bescheiden, die Niederschläge weit unter dem Durchschnitt.

Hohenpeißenberg – Wettertechnisch war der Januar ein Wintermonat, der vor allem geprägt war durch das kontinentale Hochdruckgebiet über Russland, welches so kräftig war, dass kaum Tiefdruckgebiete und somit Niederschläge nach Mitteleuropa gebracht wurden. Diese wurden entweder direkt über dem Atlantik geblockt und blieben bei Irland, Schottland und Südnorwegen hängen oder wurden südlich über das Mittelmeer abgeleitet.

Dieser Abschirmung ist es zu verdanken, dass der Januar ein recht kühler, aber vor allem niederschlagsarmer Wintermonat war. Recht kühl bedeutet, dass es zumindest in den Tälern so kalt war wie seit 2017 nicht mehr. Beispielsweise in Peißenberg und Wielenbach lag die Durchschnittstemperatur um 1,4 Grad Celsius unter dem aktuellen 30-jährigen Temperaturmittel 1991-2020. Anders dagegen war die Lage auf dem Hohen Peißenberg. Bedingt durch die übliche Inversionswetterlage eines Hochdruck-Winters waren die Temperaturen im Tal eher niedrig, während es auf dem Hohen Peißenberg relativ warm war.

Den Monat selbst kann man gut in drei Abschnitte aufteilen: Los ging es mit polaren Luftmassen und immer wieder Niederschlägen, die zwischen dem 7. und 13. Januar auch kräftiger ausfielen. Doch Schneemassen blieben aus, die Höhe der Schneedecke blieb im Vergleich zu früheren Wintern mit 14 Zentimetern eher bescheiden.

Noch weniger Schnee fiel in Wielenbach, dort lag die Schneehöhe bei gerade einmal vier Zentimetern. Die anschließende Hochdrucklage machte dann dem Schnee, zumindest auf dem Hohenpeißenberg, den Garaus. Temperaturen von bis zu 13 Grad ließen die weiße Pracht schnell dahinschmelzen und so gab es in manchen Tälern, wie zum Beispiel in Teilen von Peißenberg, den ganzen Monat über eine Schneedecke, während im Weilheimer Becken und auch auf dem Hohenpeißenberg der Schnee verschwand.

Ab dem 25. Januar setzten weitere Niederschläge ein. Es gab zwar keinen großen Kälteeinbruch mehr, die Temperaturen blieben auch auf dem Berg relativ mild, doch konnte der Niederschlag in den meisten Tälern noch als nasser Schnee fallen. In der Gesamtsumme und im -mittel war der Monat oben auf dem Hohenpeißenberg etwas zu warm und viel zu trocken.

Somit wurde die Phase mit zu wenig Niederschlag vom letzten Jahr weiter fortgesetzt. Das gilt im Übrigen nicht nur für das Alpenvorland, sondern auch für das Hochgebirge. Auf der Zugspitze wurden im Maximum gerade einmal 130 Zentimeter Schnee gemessen, die niedrigste Schneehöhe in einem Januar seit 2001.

Die Monatshöchsttemperatur von 13 Grad Celsius wurde am 19. des Monats gemessen, die Monatstiefsttemperatur erreichte minus 11,2 Grad Celsius am 5. Januar.

Acht Eis- und 24 Frosttage

Es gab insgesamt acht Eistage, an denen die Höchsttemperatur unter null Grad lag, und 24 Frosttage mit einer Tiefsttemperatur unter dem Gefrierpunkt. Der Monatsniederschlag lag bei 38,3 Millimetern. Das entspricht nur zwei Dritteln der normalen Erwartung, die bei 58 Millimetern liegt. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 8. Januar mit insgesamt 10,1 Millimetern, die Sonne schien insgesamt 148,6 Stunden. Dies entspricht 160 Prozent der normalen Erwartung von 92,7 Stunden. An 22 Tagen lag Schnee. Die höchste Gesamtschneehöhe von 14 Zentimetern wurde am 11. des Monats gemessen. Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 2. Januar mit 107,3 km/h verzeichnet. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an insgesamt neun Tagen.