„Spiele sind ein Geschenk“: Traum-Comeback vor Olympia – und jetzt Fahnenträgerin?

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Snowboarderin Ramona Hofmeister gilt als mögliche deutsche Fahnenträgerin. Jetzt spricht sie über ihr Blitz-Comeback, Olympia-Ziele und Gänsehaut-Momente.

München – Rasant war sie schon immer, aber mit diesem Blitz-Comeback hat Ramona Hofmeister nicht mal selber gerechnet. Nach Sprunggelenksbruch im September ist die Raceboarderin (29) aus Bischofswiesen längst wieder Teil der Weltspitze. Podestplätze im Weltcup, stabile Leistungen – und nun der nächste emotionale Höhepunkt.

Ramona Hofmeister bei der Einkleidung des deutschen Olympia-Kaders.
Ramona Hofmeister bei der Einkleidung des deutschen Olympia-Kaders. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Am Donnerstag entscheidet sich, wer bei Olympia die deutsche Fahne tragen darf. Hofmeister gehört zum Kreis der Nominierten. Im Interview mit Home of Sports spricht sie über ihr gutes Heilfleisch, neue Gelassenheit – und warum sie gerade jetzt besonders demütig ist.

Ramona Hofmeister kehrte nach schwerer Verletzung vor Olympia in Rekordzeit zurück

Ramona, im September der Sprunggelenksbruch, wenige Monate später schon wieder Weltcup. Gab es Momente, in denen Sie selbst überrascht waren, wie schnell das Comeback ging?

Ja, mehrere. Zwischendurch habe ich oft gedacht: Wow, es geht wirklich so gut vorwärts.

Wann kam erstmals der Gedanke, dass es schneller gehen könnte als gedacht?

Anfang Dezember. Die Reha war abgeschlossen, der Fuß hielt den Druck aus – da haben wir gesagt: Wir probieren es im nächsten Jahr wieder. Ursprünglich gab es keinen festen Zeitplan, man hatte nur grob bis Juni kalkuliert.

Was war schwieriger: die mentale Belastung oder Vertrauen in den Fuß zu haben?

Beides war zum Glück kein Problem. Ich hatte volles Vertrauen in die Reha, meine Trainer und das medizinische Team. Es gab nichts, worüber ich mir Gedanken machen musste.

Trotzdem dürften auch mal Zweifel aufgekommen sein während der Reha.

Eigentlich nur einmal, als der Fuß sehr geschwollen war und sich heiß anfühlte. Da hatte ich kurz Sorgen wegen einer möglichen Infektion. Aber es hat sich schnell wieder gelegt.

Wie viel Risiko gehört zu einem solchen Comeback?

Natürlich ist Risiko dabei, aber alles lief unter medizinischer Aufsicht. Das Wichtigste war, dass ich Anfang Januar wieder schmerzfrei war – dann habe ich entschieden, wieder einzusteigen.

Hat die Verletzung Ihren Blick auf den eigenen Körper oder Ihre Karriere verändert?

Ja, ich habe gemerkt, wie viel möglich ist, obwohl man eingeschränkt war. Gerade am Anfang war das sehr überraschend, was man im Reha-Training alles machen kann, wenn der Rest des Körpers fit ist.

Ramona Hofmeister hat schon bronzene Olympia-Medaille – folgt nun Gold?

Ihren dritten Olympischen Spiele steht somit nichts im Wege, auch die Form stimmt. Was fühlt sich anders an als bei Ihrer Premiere 2018?

Beim ersten Mal wusste ich überhaupt nicht, was auf mich zukommt. Jetzt freue ich mich einfach und bin dankbar, dass es schon die dritten Spiele sind. Dass es trotz der Hürden geklappt hat, ist ein riesiges Geschenk.

Gehen Sie deswegen mit mehr Gelassenheit in die Spiele?

Eher mit Dankbarkeit und Glück. Dass die Hürde, überhaupt dabei zu sein, geschafft ist, fühlt sich einfach richtig schön an.

Welche Erfahrung aus früheren Olympischen Spielen hilft Ihnen?

Man saugt auf, was man erlebt hat, und kann sich besser auf den Wettkampf konzentrieren. Jede Austragung hat etwas Besonderes – diesmal wird es noch spezieller, weil es in Italien stattfindet und viele Freunde und Familienmitglieder vor Ort mitfiebern.

Olympia live sozusagen – was bedeutet das?

Alles wirkt in einer anderen Dimension. Man muss die Eindrücke erst nach dem Ereignis verarbeiten. Es ist das größte Sportereignis, das man erleben kann.

Gibt es etwas, das Sie sich für die Spiele vorgenommen haben, unabhängig vom Ergebnis?

Ja, einen schönen Tag mit tollen Erinnerungen zu erleben. Es ist nur ein Wettkampf – wir genießen es und geben unser Bestes.

Bronze 2018, Platz fünf in Peking. Das Ziel dürfte auf der Hand liegen, oder?

Ich bin auf jede bisherige Platzierung stolz, das waren alles wertvolle Erlebnisse. Es ist nur ein Tag für uns, eine Chance. Ich werde alles geben. Und dann schauen wir, was rauskommt (lächelt).

Ramona Hofmeister schließt Olympia 2030 nicht aus

Sie gehören zum Kreis der möglichen deutschen Fahnenträgerinnen. Wann haben Sie davon erfahren?

Am Sonntag vor einer Woche, bei einem Spaziergang mit meiner Schwester und meinem Hund. Ich war überrascht und wahnsinnig froh. Es ist eine große Anerkennung – für mich persönlich und für die Region Berchtesgaden.

Sie wollen diesmal so oder so bei der Eröffnungsfeier dabei sein - mit welchen Gefühlen?

Eine Gänsehaut. Ich war noch nie bei einer Olympia-Eröffnungsfeier, aber ich weiß, dass es ein unvergesslicher Moment wird.

Ihr großer Tag ist bereits am ersten Sonntag. Werden Sie darüber hinaus Wettkämpfe besuchen?

Bis jetzt ist nichts Konkretes geplant. Ich will einfach alles aufnehmen, was möglich ist, auch andere Sportarten zu sehen – so viel Zeit bleibt ja nur während Olympia.

Welche Botschaft haben Sie für junge Athletinnen und Athleten, die von Olympia träumen?

Es lohnt sich, für den Traum zu kämpfen. Rückschläge gehören dazu, aber wer die Chance hat, dabei zu sein, erlebt etwas Einzigartiges.

Können Sie sich vorstellen, 2030 noch einmal bei Olympia dabei zu sein?

Vielleicht schon. Ich plane nicht so weit voraus, genieße aktuell einfach jeden Moment und habe noch viel Spaß an meinem Sport. Es sind also keine Abschiedsspiele geplant.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/sport/wintersport/olympia-2026-snowboarderin-hofmeister-ist-moegliche-fahnentraegerin-zr-94154789.html