Millionen Menschen laden ihr Smartphone täglich falsch auf. Ein simpler Fehler bei der Reihenfolge kann den Akku dauerhaft schädigen.
Kabel schnappen, ins Handy stecken, Netzteil in die Steckdose – so sieht die Lade-Routine bei den meisten aus. Doch dieser harmlos klingende Vorgang. Denn wer beim Laden seines Smartphones die falsche Reihenfolge wählt, setzt das Gerät unter Umständen unnötiger Überspannung aus. Der Hersteller Huawei hat ausdrücklich vor den Folgen gewarnt und erklärt, warum schon ein kleiner Handgriff den Unterschied machen kann.
Das Problem liegt in der Physik: Beim Einstecken eines Netzteils in die Steckdose entstehen sogenannte Spannungsspitzen, also kurze, aber heftige Stromimpulse, die nur wenige Millisekunden dauern. Diese Überspannung lässt sich technisch nicht vermeiden. Steckt das Ladekabel zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits im Smartphone, wird der Impuls direkt an das Gerät weitergeleitet.
Smartphone richtig laden: Zuerst das Netzteil in die Steckdose
Laut Huawei können dadurch verschiedene unangenehme Probleme entstehen. Dazu gehören:
- Datenverlust
- Leistungsabfall
- Verkürzte Akkulaufzeit
- Einfrieren
- Neustart des Telefons
- Bildschirmflimmern und -rauschen
Schaltkreisschäden und andere Probleme.
Die Lösung ist denkbar einfach und kostet keinen Cent: Immer zuerst das Netzteil in die Steckdose stecken und erst danach das Kabel mit dem Smartphone verbinden. So fängt der Ladeadapter die kurze Spannungsspitze ab, bevor das Handy überhaupt am Stromkreis hängt. Die Überspannung wird zwar nicht eliminiert, aber der direkte Kontakt zwischen Impuls und Gerät wird vermieden, erklärt der Hersteller Huawei auf seiner Supportseite.
Ein erkennbares Zeichen für die Überspannung ist übrigens ein leises Summen oder Brummen direkt nach dem Anstecken. Wer dieses Geräusch schon einmal gehört hat, weiß jetzt, was dahintersteckt. Dass es sich dabei nicht um eine harmlose Kleinigkeit handelt, zeigt die lange Liste möglicher Folgeschäden, auf die Huawei hinweist.
Darf man sein Ladekabel einfach dauerhaft in der Steckdose stecken lassen?
Viele Nutzer haben ihre Kabel dauerhaft in der angestammten Steckdose und schließen nur ihr Handy an und ab. Das klingt zunächst nach einer guten Strategie, aber es gibt Risiken, die man berücksichtigen sollte. Moderne Original-Netzteile sind weitestgehend für den Dauerbetrieb ausgelegt und verbrauchen im Leerlauf kaum Strom. Allerdings ist diese Strategie nicht ganz ohne Risiko: Vor allem billige No-Name-Ladegeräte können im Dauerbetrieb überhitzen, was im schlimmsten Fall ein Brandrisiko darstellt.
Auch bei Gewittern oder Überspannungen im Stromnetz ist ein dauerhaft eingestecktes Netzteil ein unnötiges Risiko – selbst ohne angeschlossenes Handy. Wer auf Nummer sicher gehen will, zieht das Netzteil bei Nichtbenutzung aus der Steckdose, besonders nachts und bei Unwetter. Ein guter Kompromiss ist eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz und Schalter: So lässt sich das Netzteil bequem vom Netz trennen, ohne ständig den Stecker ziehen zu müssen.
Auch beim Abstecken gilt: Die richtige Reihenfolge schützt den Akku. Hier empfiehlt Huawei, zuerst das Kabel aus dem Smartphone zu ziehen und erst danach das Netzteil aus der Steckdose zu nehmen. Der Grund: Beim Herausziehen des Netzteils aus der Steckdose kann ein sogenannter umgekehrter Momentanstrom entstehen. Einzeln betrachtet ist jeder dieser Vorgänge für sich genommen kein Totalschaden. Doch das Risiko summiert sich mit der Zeit. Wer sein Smartphone jeden Tag in der falschen Reihenfolge ansteckt und absteckt, setzt den Akku und die interne Elektronik einem schleichenden Verschleiß aus. Die Folge: eine kürzere Lebensdauer des Akkus und im schlimmsten Fall Schäden an der Hardware.
Moderne Smartphones sind geschützt – aber nicht unverwundbar
Wie das Swisscom Magazin ergänzend einordnet, sind moderne Smartphones mittlerweile mit zahlreichen Schutzmechanismen ausgestattet, die vieles automatisch regeln. Neuere Geräte verfügen über eingebaute Schutzschaltungen gegen Überspannung, die das Risiko deutlich reduzieren. Trotzdem schadet es nicht, die richtige Reihenfolge zur Gewohnheit zu machen – gerade bei älteren Geräten oder günstigen Netzteilen von Drittanbietern, die möglicherweise weniger Schutz bieten.
Die Merkregel ist am Ende simpel: Das Netzteil wird als Erstes eingesteckt und als Letztes wieder abgezogen. Wer sich das einmal angewöhnt, tut seinem Smartphone-Akku langfristig einen Gefallen, ganz ohne Zusatzkosten oder Spezialzubehör. Für iPhone-Benutzer ist außerdem dieses Update aktuell wichtig für die Handysicherheit.