Immer mehr Autos zeigen bald ein L-Schild. Was es damit auf sich hat und wie die neue Regel das Fahrenlernen verändert, lesen Sie hier.
In Deutschland wird ein neues Erkennungszeichen für Autofahrer eingeführt: ein blaues Schild mit weißem „L“ in der Heckscheibe. Hintergrund ist eine grundlegende Reform der Fahrausbildung: Um die Kosten für den Führerschein zu senken und mehr praktische Erfahrung im Alltag zu ermöglichen, dürfen angehende Autofahrer einen Teil ihrer Fahrpraxis nun auch mit vertrauten Begleitpersonen sammeln.
Das sogenannte L-Schild signalisiert, dass hier ein Fahranfänger nach dem neuen Modell unterwegs ist. Statt ausschließlich mit einem Fahrlehrer, begleiten Eltern oder enge Vertraute die Lernfahrten. Die neue Regelung betrifft nur jene, die den Führerschein der Klasse B machen – also den klassischen Autoführerschein.
So läuft das neue L-Modell ab: Voraussetzungen und Ablauf
Wer beim Führerschein unterstützen möchte, muss Voraussetzungen erfüllen. Begleitpersonen müssen dafür seit mindestens sieben Jahren selbst den Führerschein besitzen, dürfen in den vergangenen drei Jahren keinen gravierenden Verkehrsverstoß begangen haben und höchstens einen Punkt in Flensburg vorweisen. Die Maßnahme ist zunächst auf fünf Jahre befristet, um zu prüfen, ob die Ausbildung so günstiger, flexibler und ebenso sicher wie bisher ist. Nicht alle sehen das jedoch positiv: Gerade einige Fahrlehrer, etwa aus Soest, kritisieren die geplante Reform der Fahrschulausbildung.
Der Ablauf sieht vor, dass die Fahrschüler jeweils zum Start und zum Abschluss sechs Pflichtstunden in der Fahrschule absolvieren. Dazwischen werden mindestens 1.000 Kilometer unter Aufsicht einer qualifizierten Begleitperson gefahren. Dabei muss das L-Schild gut sichtbar angebracht sein, um andere Verkehrsteilnehmer auf die besondere Situation hinzuweisen. Wer ein Auto mit L-Schild sieht, sollte Rücksicht nehmen und vorausschauend fahren, da am Steuer eine Person mit geringer Fahrpraxis sitzt.
Dieses Prinzip gibt es bereits in Österreich, dort unter dem Namen „L17“. In Spanien wiederum signalisiert das „L“ ein Jahr lang den Anfängerstatus nach bestandener Prüfung. Ziel der neuen Regelung in Deutschland ist es, den Weg zum Führerschein bezahlbarer zu machen sowie die Selbstständigkeit und das Verantwortungsgefühl von Fahranfängern frühzeitig zu fördern. Auch interessant: Eine Änderung beim TÜV betrifft Millionen Autofahrer.