„Besch*****“: Deutsches Olympia-Duo nach irrem Wetter-Drama am Boden zerstört
Die deutschen Skispringer wollten im neuen Super-Teamspringen eine Medaille. Nach dem abgebrochenen Wettkampf war man nach Platz vier den Tränen nahe.
Predazzo – Es sollte der große Showdown in Predazzo werden, der krönende Abschluss der Skisprung-Wettbewerbe. Das Super-Teamspringen feierte seine Olympia-Premiere, pro Nation gingen zwei Springer in je drei Sprüngen an den Start. Für Deutschland versuchten Philipp Raimund und Andreas Wellinger ihr Glück. Die Medaille war zum Greifen nah – doch dann wurde der Wettkampf plötzlich abgebrochen.
In Predazzo hatte auf einmal dichtes Schneetreiben eingesetzt, zudem war der Wind nur noch schwer beherrschbar. Ehe Philipp Raimund zu seinem letzten Sprung ansetzen konnte, gab es bereits eine längere Unterbrechung. Schließlich durfte der Olympiasieger von der kleinen Schanze los. Er sprang auf satte 136,5 Meter, der Jubel war grenzenlos. Das deutsche Duo wusste: Dieser Sprung kann die benötigte Aufholjagd hinsichtlich einer Medaille sein.
Deutsches Skisprung-Duo verpasst Olympia-Medaille nach Wettkampf-Abbruch
Nach Raimund war der polnische Springer Kacper Tomasiak an der Reihe, der nur 124,5 Meter zustande brachte. Das große Warten begann erneut, doch schließlich entschied die Jury: Der Wettkampf wird abgebrochen. Die Sprünge der sechsten und fünften Runde wurden gestrichen, in die Wertung kamen nur die ersten vier. Für Wellinger und Raimund bedeutete das: Platz vier, mickrige 0,3 Punkte hinter dem Dritten Norwegen.
Die Enttäuschung der beiden kannte keine Grenzen, im ZDF-Interview zeigte sich vor allem Andreas Wellinger schockiert über den Ausgang des Springens, das Österreich gewann. Der Olympiasieger von 1018 konnte er kaum glauben, was sich in Predazzo angespielt hatte. „Das ist extrem bitter. 0,3 ist gar nichts. So, wie das ganze jetzt verlaufen ist, ich bin mir ziemlich sicher, dass der Hille mit dem Sprung, den er jetzt gerade noch gemacht hat, dass wir da auf das Podest gesprungen wären“, so Wellinger.
Und weiter: „Der war einfach so verdammt gut, von zwei bis sechs war alles offen und alles möglich. Ja mei, der Wettergott ist, wie er ist. Aber es ist einfach beschissen gerade“, machte Wellinger seiner Enttäuschung Luft. Kollege Raimund wollte nicht zu einem verbalen Angriff auf die Jury ansetzen, sprach davon, dass er die Entscheidung nicht hätte treffen wollen.
Das olympische Gold von Philipp Raimund von der kleinen Schanze bleibt somit die einzige Medaille, die Team Deutschland in Predazzo mitnehmen konnte. Fahnenträgerin Katharina Schmid war bei ihrem letzten Olympia-Auftritt tränenreich in Durchgang eins gescheitert. Bis Wellinger und Raimund die Frustration aus dem Teamwettbewerb vergessen haben, dürften etliche Tage vergeben. (is)