Der Isura Madrigal Chor begeistert mit archaischem Klangerlebnis

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Einen Konzertgenuss bescherten der Isura Madrigal Chor aus Geretsried sowie die übrigen Mitwirkenden am Sonntag den Besuchern der „Carmina-Burana“-Aufführung in der Loisachhalle. © Hans Lippert

Die Aufführung des Isura Madrigal Chors in der ausverkauften Loisachhalle wurde mit Standing Ovations gefeiert. Chor, Solisten und Musiker schufen ein intensives Hörerlebnis.

Wolfratshausen – Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Es war ein Klangerlebnis vom Allerfeinsten, sowohl stimmlich als auch instrumental. Am Sonntag frühen Abend gab es für die Aufführung „Carmina Burana“ von Carl Orff mit dem Isura Madrigal Chor aus Geretsried, dem Wolfratshauser Kinderchor, Solisten und den Musikern an Klavier und Schlagwerk am Ende verdiente „Standing Ovations“ sowie lang anhaltenden Applaus.

Eigentlich hätte dieses Konzert bereits beim Fluss-Festival im vergangenen Jahr präsentiert werden sollen. Doch eine schlechte Wettervorhersage machte einem Auftritt in dieser Größenordnung an einem Juli-Abend einen Strich durch die Rechnung. Nun, an diesem Sonntag erlebte das Publikum in der ausverkauften Loisachhalle einen ganz besonderen Hörgenuss – kreiert von einer ungewöhnlichen Besetzung aus Klaviermusik und purem Rhythmus. Sowohl der Chor wie die Musiker und die Solisten ließen eine subtile und äußerst variantenreiche Musik entstehen, die Gänsehaut bei den Zuhörern auslöste. Auch der Kinderchor, der zwischendurch Passagen mitsang, absolvierte seinen Auftrag mit Bravour.

Musiker entwerfen Klangspektrum

Die szenische Kantate „Carmina Burana“ von Orff gilt als eines der populärsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts. Es ist ein Kunstwerk für sich. Archaisch, elementar und wuchtig. Jeder einzelne Ton spielt eine Hauptrolle. Hochkonzentriert entwarfen die Musiker ein nuancenreiches Klangspektrum. Im Zeitlupentempo nahm einer der Schlagzeuger die Glöckchen in Position, damit ja kein winziges Klingeln vor dem Einsatz entsteht. Im nächsten Moment schlug sein direkter Nachbar auf den großen Gong, so dass es die Zuhörer erschauderte – und daneben streichelte der Mann an den Pauken mit den Filzschlägeln tiefe Töne sanft ins Klangspiel. Wie die Schlagwerker ihre Instrumente bedienten – und war es nur ein einziger Ton – war wie ein eigenes Schauspiel. Die Klaviermusik übernahm die Melodie.

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Die Dominanz des Rhythmus spielt bei Orffs „Carmina Burana“ die Hauptrolle. So präsentierte der Isura Madrigal Chor, der von der Mitgliederzahl die Bühne füllte, zum Beispiel bei der berühmten Eröffnung „O Fortuna“ einen diffizilen Sprechgesang, von hauchend bis aufschreiend. Die Solisten dazu stimmgewaltig. Orff, 1982 in München verstorben, vertonte die mittelalterlichen Texte. Es geht um Liebe, Verlust, aber auch um feuchtfröhliche Feierlaune. „Bibit ille, bibit illa“ – „säuft mal dieser, säuft mal jener“. Es geht in diesen alten Texten um „Heiße Scham und Reue volle“. Es geht um „Amors Pfeile überall“.

Es war ein absoluter Konzertgenuss, bei dem Gesang und Musik pfeilgenau, intensiv, berührend und aufrüttelnd das Publikum in Atem hielt. Andrea Weber

Die Mitwirkenden

Isura Madrigal Chor unter Leitung von Johannes Buxbaum, Wolfratshauser Kinderchor (Leitung: Emanuel Schmidt), Roswitha Schmelzl (Sopran), Florian Firlus (Tenor), Manuel Adt (Bariton), Anke Schwabe und Aya Meinel (Klavier), Nicolò Falagario, Simon Eduardo Rubios Solis, Benjamin Mohácsi, Jascha Bauer-Heilmann und Aleksander Simionov (alle Schlagwerk).