Die deutschen Skeleton-Herren haben ihren Einzel-Wettbewerb bei Olympia beendet. Ein deutscher Medaillen-Gewinner sorgt für große Emotionen.
Cortina – Es durfte kräftig gefeiert werden im deutschen Haus. Die deutschen Skeletoni haben am Freitag für einen Paukenschlag gesorgt, Axel Jungk holte Silber. Direkt hinter ihm kam Christopher Gotheer als Dritter ins Ziel. Das Duo konnte sein Glück kaum fassen, möchte den Sieg allerdings alkoholfrei genießen. Gotheer sprach zudem dem disqualifizierten Ukrainer Vladyslav Heraskevych nach dem Helm-Skandal sein Mitgefühl aus.
Jungk, der bereits 2022 in Peking Silber geholt hatte, freute sich besonders darüber, den tollen Erfolg gemeinsam mit seiner Familie genießen zu können. Als er die Medaille entgegennahm, dachte er an einen ganz besonderen Menschen. Im vergangenen Jahr verlor er einen engen Freund, der an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben war.
Olympia-Held Jungk widmet Skeleton-Medaille verstorbenem Freund
„Dem widme ich definitiv diese Medaille. Guido, die ist für dich“, erzählte der 34-Jährige ergriffen. Die beiden Freunde verband einst ein enges Band, auch in sportlicher Hinsicht. Jahrelang stürzten sich beide von der Skisprung-Schanze, ehe Jungk die Entscheidung traf, im Skeleton im Titel kämpfen zu wollen.
Der Olympia-Zweite erinnert sich: „Er war ein sehr guter Freund, mit dem ich als Kind früher Skispringer zusammen war. Er war im Alter meines großen Bruders. Ich kannte ihn über 30 Jahre. Die vergangenen Jahre war es ein ständiges Auf und Ab. Leider ist er letztes Jahr dem Krebs erlegen. Er war ein unfassbar großer Bestandteil vom Fanclub, ein sehr guter Freund von mir, von meiner Familie. Er war eigentlich ein Familienmitglied. Dem widme ich die Medaille.“
Im Mixed-Wettbewerb, der erstmals bei Olympia ausgetragen wird, haben Grotheer und Jungk noch einmal eine gute Chance auf Edelmetall. Sie treten gemeinsam mit jeweils einer Dame aus dem deutschen Kader an. Sollte Jungk ein zweites Mal auf das Podest klettern können, gehen die Gedanken sicherlich wieder in Richtung seines verstorbenen Freundes. (is)