Unternehmer Reinhold Würth rechnet damit, dass im Zuge der Landtagswahl eine Partei in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird. Auch für den Ministerpräsidenten hat er eine klare Präferenz.
Stuttgart – Am 8. März wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag und einen Nachfolger für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Während dieser Machtkampf im Südwesten mit großer Wahrscheinlichkeit zwischen dem CDU-Chef Manuel Hagel und dem ehemaligen Bundesminister Cem Özdemir (Grüne) ausgemacht wird, geht es für manch eine Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 womöglich ums Überleben. Der bekannte Unternehmer Reinhold Würth rechnet dabei einer Partei, bei der er selbst einst Mitglied war, keine großen Chancen aus.
Reinhold Würth ist als „Schraubenkönig“ dafür bekannt, den Handelskonzern Würth mit Sitz in Künzelsau (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg) zum Weltmarktführer ausgebaut zu haben. Durch sein politisches Engagement und seine klare Meinung ist er aber auch ein gern gesehener Ansprechpartner für das politische Geschehen im Land. Würth hatte beispielsweise erklärt, wie viel Umsatz seine AfD-Aussagen den Konzern gekostet haben. Auch in Bezug auf die anstehende Landtagswahl hat der Unternehmer eine klare Meinung.
Reinhold Würth spricht sich für Machtwechsel bei Landtagswahl BW 2026 aus: „Fände ich auch mal gut“
Im Wahlkampf um den Ministerpräsidentenposten liegt die CDU von Manuel Hagel weiterhin vorne, die Grünen holen aber immer weiter auf. Zudem stellt die aktuelle Regierungspartei im Südwesten mit Cem Özdemir, der am Valentinstag (14. Februar) in Tübingen seine Partnerin heiraten wird, den bekannteren Kandidaten. Würth glaubt allerdings trotzdem an einen Machtwechsel im Ländle. „Das wird künftig wahrscheinlich Schwarz-Grün“, sagte der Unternehmer im Gespräch mit dem Focus. „Und diesen Wechsel fände ich auch mal gut.“
In Bezug auf eine Partei, die stark mit der Landeshauptstadt Stuttgart verknüpft ist, aber aktuell noch um den Einzug in den Landtag zittern muss, sieht der „Schraubenkönig“ ebenfalls schwarz. „Ich nehme an, dass die FDP verschwinden wird, in Stuttgart wie im Bund“, erklärte er. „Ich war immer Wechselwähler und würde in der gegenwärtigen Situation gern der FDP meine Stimme geben. Aber da ist eben die Gefahr groß, dass sie dann verloren ist.“
Schicksalswahl für die FDP in Baden-Württemberg: Parteichef Dürr läutete bereits den Überlebenskampf ein
Die FDP wurde 1948 zwar im hessischen Heppenheim gegründet, führt ihre Wurzeln aber auf die erste Landesvertretertagung der Volksvereine der württembergischen Demokratischen Volkspartei (DVP) 1866 zurück. Das traditionelle Dreikönigstreffen der Freien Demokraten wird bis heute jährlich am 6. Januar im Staatstheater Stuttgart veranstaltet. Politische Beobachter rechnen deshalb mit einer Entscheidungswahl für die Partei am 8. März. Beim diesjährigen Dreikönigstreffen in Stuttgart hatte Parteichef Christian Dürr bereits den Überlebenskampf eingeläutet. (Verwendete Quellen: focusplus.de, fdp.de, eigene Recherche)