Microsoft-AI-Chef prophezeit: KI wird in 12 bis 18 Monaten die meisten Bürojobs ersetzen

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Künstliche Intelligenz. (Symbolbild) © Peter Steffen/dpa

Mustafa Suleyman kündigt für dieses Jahr weitere unternehmenseigene Modelle an und verfolgt das Ziel, eine vollständige Eigenständigkeit im Bereich der echten Künstlichen Intelligenz (True AI) zu erreichen.

Redmond – Der neu ernannte KI-Chef von Microsoft, Mustafa Suleyman, prognostiziert: Die Technologie des Unternehmens wird innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate die meisten Büroarbeiten automatisieren. Insbesondere Aufgaben, die üblicherweise von Rechtsanwälten, Buchhaltern, Projektmanagern und Marketingmitarbeitern ausgeführt werden, könnte künftig Künstliche Intelligenz (KI) übernehmen, erklärte Suleyman laut The Verge.

Suleyman betonte: Die aktuellen KI-Modelle haben in den Bereichen Recherche, Analyse, Entwurf und Zusammenfassung bereits nahezu das Niveau menschlicher Fachkompetenz erreicht. Diese Systeme stehen kurz davor, fast alle computerbasierten Routineaufgaben zu übernehmen, die derzeit noch Menschen erledigen. Suleyman bezeichnete die kommenden KI-Systeme als professionelle „Artificial General Intelligence“ (AGI) – Software, die nahezu alle Aufgaben ausführen kann, die ein ausgebildeter Fachmann bewältigt.

Individuelle KI-Tools

Suleyman geht davon aus: Solche Tools werden individuell auf jede Institution und Person zugeschnitten sein. Dadurch würden Büroarbeiten überflüssig und Gehaltsabrechnungen in den Bereichen Recht, Finanzen, Beratung und Verwaltungsdienstleistungen grundlegend verändert. Er erwartet innerhalb von zwei bis drei Jahren, dass autonome KI-Agenten Unternehmensprozesse von Anfang bis Ende steuern. Sie werden Kalender koordinieren, Dokumente erstellen, regulatorische Fragestellungen identifizieren und Folgeaufgaben effizienter als menschliche Teams verteilen.

Dieser Wandel könnte zwar Kosten senken und die Produktivität steigern. Er birgt jedoch auch Risiken für Arbeitsplätze, die sich auf routinemäßige kognitive Tätigkeiten konzentrieren, berichtete NewsBytes. Gleichzeitig werden neue Arbeitsfelder in der Überwachung, Bereitstellung und Sicherheitstechnik für diese Systeme entstehen.

Suleyman führt den beschleunigten Zeitplan auf ein Jahrzehnt exponentiellen Wachstums bei Rechenleistung und Trainingsvolumen zurück. Dies hat die Entwicklung immer größerer Modelle günstiger und schneller gemacht. Er prognostiziert: Die Erstellung maßgeschneiderter KI-Lösungen wird bald so einfach sein wie das Einrichten eines Blogs oder Podcasts in den 2010er Jahren.

Wendepunkt auf dem Arbeitsmarkt

Microsoft verfolgt derzeit eine Strategie, bei der eigene interne KI-Modelle Priorität erhalten. Das Unternehmen will erreichen, was Suleyman als „echte KI-Selbstversorgung“ bezeichnet. Diese Vorgehensweise soll die Abhängigkeit vom Partner OpenAI verringern und eine Welle proprietärer Systeme hervorbringen. Microsoft plant deren Veröffentlichung für später in diesem Jahr.

Falls sich diese Prognose bestätigt, könnten die nächsten 12 bis 18 Monate einen Wendepunkt für die Wissensarbeit darstellen. Ganze Abteilungen könnten Routineaufgaben – wie das Entwerfen von Verträgen, das Abgleichen von Hauptbüchern und das Erstellen von Marktanalysen – an Software übertragen. Diese arbeitet unermüdlich, benötigt keine Pausen und verbessert sich durch zusätzliche Daten kontinuierlich.

Viele Unternehmen haben bereits Übergangspläne entwickelt, die menschliches Urteilsvermögen mit der Geschwindigkeit maschineller Prozesse verbinden. Gleichzeitig steht die Politik vor der Herausforderung, Millionen von Menschen umzuschulen. Deren tägliche Aufgaben sind direkt von Künstlicher Intelligenz (KI) betroffen. (Redaktion)