Bei der Dachauer Sportlerehrung im Thomahaus ist Günter Dietz als Sportreferent verabschiedet worden. ASV-Chef Andreas Wilhelm erhielt die Bürgermedaille.
Dachau – Die Dachauer Sportlerehrung im Thomahaus (wir berichteten) ist für ihn ein – stets willkommener – Pflichttermin. Die jüngste Ehrung war die 23. (!), der Günter Dietz als Sportreferent der Stadt Dachau beiwohnte – und seine letzte. Der CSU-Stadtrat tritt zur nächste Kommunalwahl nicht mehr an. Demnach bestimmt der neue Stadtrat einen neuen Sportreferenten.
Wer immer den Posten übernimmt, sie oder er tritt in große Fußstapfen. Dietz hat dieses Ehrenamt 24 Jahre lang mit Herzblut ausgefüllt. „Du warst den Vereinen ein bedeutender Partner und leidenschaftlicher Förderer“, sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann bei Dietz‘ Verabschiedung. Dietz sei in all den Jahren Kümmerer, Vermittler und Antreiber gewesen, so Hartmann weiter. „Was Du als Sportreferent geleistet hat, ist einmalig und unbezahlbar.“
Dabei wollte Dietz gar nicht Sportreferent werden, damals 2002. Sondern Referent fürs Dachauer Volksfest. „Wegen einer Stimme zu wenig wurde ich nicht gewählt., meine Enttäuschung war groß. Doch diese eine fehlende Stimme sollte zu meinem großen Glück ㈠werden.“
Weil es zunächst keinen Sportreferenten gab, war der Unmut in den Dachauer Vereinen groß. Viele wurden bei Dietz vorstellig, baten ihn, den Posten doch bitteschön zu übernehmen. „Diese Berufung sollte mein Leben grundlegend ändern und erfüllen.“
Er habe sich mit der Aufgabe in alle den Jahren zu 100 Prozent identifiziert, „und es fällt mir schwer, mich von meinem Amt zu trennen“. Ein wichtiger Ansprechpartner für Sportler und Vereine wird Dietz aber bleiben: Als Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) macht er ㈠weiter.
„Lieber Günter“, schloss OB Hartmann seine Rede, „mit welchem Wort kann man Dich und das, was Du über zwei Jahrzehnte geleistet hast, am treffendsten beschreiben? Das Wort ist: Legende!“
Der Kaiser singt das Abschiedslied
Die „Legende“ wurde wegen seines Engagement mehrfach ausgezeichnet, der ASV Dachau und der Radsportclub forice 89 Dachau machten ihn jüngst zum Ehrenmitglied. Welch Ansehen Dietz genießt wurde auch im Thomahaus deutlich: Es gab donnernden Applaus für den scheidenden Stadtrat und Sportreferenten – und ein besonderes Abschiedslied dazu: Franz Beckenbauers „Gute Freunde kann niemand trennen“.
Silberne Bürgermedaille für Andreas Wilhelm
Andreas Wilhelm saß am Mittwochabend im Thomahaus unter den Zuschauern bei der 49. Sportlerehrung. Völlig überraschend bat Oberbürgermeister Florian Hartmann den Vereinschef des ASV Dachau auf die Bühne. Wilhelm, am Platz abgeholt von Sportreferent Günter Dietz, stieg hoch zum OB – und erhielt die Silberne Bürgermedaille der Stadt Dachau.
Seit Jahrzehnten engagiert sich der Volleyballer Wilhelm für den ASV. 1996 wurde er Geschäftsführer, seit 2017 ist er Chef am Stadtwald. Sein Weg beim ASV begann jedoch schon 1986. Der hoch talentierte Volleyballer spielte im Bundesligateam, wurde mit den ASV-Volleyballern Deutscher Meister.
Nebenbei habe sich Andreas Wilhelm in den folgenden Jahren einen Job „erarbeitet, den man nie mehr los wird: Nämlich den Job Ansprechpartner und Problemlöser für jeden und alles“, sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann in seiner Laudatio. Hartmann fuhr fort: „Netz gerissen? Der Andi macht das schon. Schlüssel vergessen? Der Andi kümmert sich. Pass beantragen? Frag Andi. Oder einfach mal Deutsche Seniorenmeisterschaften ausrichten – das wahrscheinlich größte Turnier, das man sich im Volleyball als Ausrichter antun kann? Der Andi kümmert sich.“
Nach seiner aktiven Karriere förderte Wilhelm mit großem Erfolg junge Volleyball-Talente, brachte den Traditionsstandort Dachau auch durch weniger erfreuliche Zeiten.
Längst sind die ASV-Volleyballer wieder eine große Nummer, nicht nur als Bundesligist bei den Männern. Obendrein stellte der ASV Dachau mehrfach Deutsche Meister bei den Nachwuchsmannschaften – trainiert mitunter von Andreas Wilhelm.
Hartmann zitierte abschließend Wilhelms Vereinskameraden: „Es ist einfach unglaublich, wie viel Leidenschaft, Engagement und Herz Andreas Wilhelm für den Volleyball aufbringt und wie er andere anstecken, begeistern und mitnehmen kann.“