Das Feuerwehrhaus ist zu klein und sanierungsbedürftig. Kommandant Michael Peschke startet dennoch eine neue Mitgliederkampagne.
Karlsfeld – Die Feuerwehr Karlsfeld stößt in ihrem Feuerwehrhaus an der Falkenstraße an ihre Grenzen: „Die Wache benötigt zusätzliche Umkleideräume, mehr Lagerflächen und einen weiteren Stellplatz“, sagt Michael Peschke. Er ist seit acht Jahren Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Karlsfeld. Neben zu wenig Platz, muss das Gebäude auch saniert werden. Ausgerechnet beim Brandschutz besteht Nachbesserungsbedarf. Außerdem weist das Feuerwehrhaus auch bauliche Mängel auf.
Das Feuerwehrhaus ist knapp 30 Jahre alt, der zugrunde liegende Bedarf wurde vor rund 40 Jahren ermittelt. „Damals hat man nicht gewusst, wie groß Karlsfeld einmal sein wird“, sagt Peschke. Heute zählt die Feuerwehr 92 aktive Mitglieder, die Jugendgruppe umfasst 37 Jugendliche. Wegen langer Wartelisten wurde die frühere Obergrenze von 30 auf 40 Jugendliche bereits angehoben. Vor vier Jahren ließ die Feuerwehr zehn zusätzliche Spinde einbauen, doch auch diese Kapazität reicht nicht mehr aus. Alle Spinde in der Halle sind belegt. Kommen drei weitere Jugendliche hinzu, müssen sie sich im Keller umziehen, wie Peschke erklärt. Für die aktiven Kräfte komme dies allerdings nicht infrage, und auch für die Jugend sei dies keine dauerhafte Lösung.
Eine bauliche Erweiterung des Feuerwehrhauses hält Peschke daher für dringend notwendig. Das Platzproblem ist ihm zufolge seit fünf Jahren bekannt. Von der Gemeinde fühlt er sich gut unterstützt, wie er sagt. In den vergangenen Jahren hätten zunächst Investitionen in neue Ausstattungen Priorität gehabt, etwa in Schutzkleidung und einen Einsatzleitwagen. Der 41-Jährige wünscht sich, dass der Anbau in zwei bis drei Jahren fertiggestellt ist.
Zusätzlich zu den Platzproblemen bestehen aber auch Mängel am Gebäude. An der Fassade gibt es Hagelschäden mit Einschlägen auf der Südseite, und einige Sockelbereiche sind feucht, wodurch der Putz abfällt, wie Peschke berichtet. Auch beim Thema Brandschutz gibt es Nachbesserungsbedarf. So hat die Feuerwehr Karlsfeld zum Beispiel keine Brandmeldeanlage. Wie teuer die Sanierung und Erweiterung wird, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. In einer Machbarkeitsstudie sollen jetzt erst einmal alle bisher bekannten Maßnahmen zusammengefasst und ausgearbeitet werden.
Der Fokus der Investitionen liegt in der Gemeinde Karlsfeld, wie berichtet, aber zunächst auf der Feuerwehrwache West. Hierfür kommen auf die Gemeinde Kosten in Höhe von 3,15 Millionen Euro zu. Die Feuerwache im Westen soll in Modulbauweise entstehen und bis Ende dieses Jahres, abgesehen von den Außenanlagen, in Betrieb gehen.
Um für die Inbetriebnahme gut gerüstet zu sein, will die Feuerwehr erneut eine Mitgliederkampagne starten, um weitere Freiwillige (insbesondere aus dem westlichen Karlsfeld) zu gewinnen. Zur Erinnerung: Die letzte Aktion in Karlsfeld war ein großer Erfolg und machte landesweit Schlagzeilen. Denn keine andere Feuerwehr deutschlandweit konnte so viele neue Mitglieder im gleichen Zeitraum gewinnen wie die Feuerwehr Karlsfeld. Gelungen ist das durch eine außergewöhnliche Kampagne mit viel Sprachwitz und Scharfsinn zwischen 2020 und 2021.
Kommandant Michael Peschke hofft mit der neuen Kampagne, an den Erfolg von damals anknüpfen zu können. Wenn die Feuerwehrwache im Westen in Betrieb geht, werden an der Falkenstraße auch wieder Spinde frei. „Die Situation wird sich dann wieder etwas entspannen“, prognostiziert der Kommandant. Für ihn ist es wichtig, wieder Platz zu schaffen, um keinen Interessenten abweisen zu müssen. „Die Feuerwehr ist um jeden Ehrenamtlichen dankbar, um die Last auf mehr Schultern zu verteilen.“ Oder um es in den Worten des Leitspruchs der Karlsfelder Feuerwehr zu sagen: „Stark für dich. Noch stärker mit dir!“