Ein deutscher Biathlon-Star lässt sich von einer weiten Reise nicht abhalten, ihren Freund bei Olympia anzufeuern. Sehen kann sie ihn trotzdem kaum.
Antholz – Die Olympischen Winterspiele sind in vollem Gange. Für die meisten Athleten ist Olympia eines der absoluten Karriere-Highlights. Kein Wunder, dass viele der Sportler mit einem eigenen kleinen Fanclub aus Familie und Freunden angereist sind. Selbst Biathlon-Star Marlene Fichtner, die selbst nicht bei den Spielen dabei ist, nahm trotz des Profi-Alltags den weiten Weg auf sich, um ihren Partner Lucas Fratzscher zu unterstützen.
Die gebürtige Münchnerin war bis zum vergangenen Samstag noch selbst auf der Loipe (IBU-Cup in Sjusjøen) im Einsatz und fuhr im Anschluss direkt nach Antholz, wo am Dienstag Fratzscher sein Olympia-Debüt feierte. Die 22-Jährige feuerte ihren Freund mit Deutschlandkette um den Hals im Zielbereich an und war die erste, die Fratzscher nach dem Finish mit einer innigen Umarmung und einem Kuss gratulierte.
Biathlon-Star Marlene Fichtner feuert Lucas Fratzscher bei Olympia an
Nach zwei Schießfehlern wurde der 31-jährige DSV-Athlet im Einzel zwar „nur“ 23., die einmalige Erfahrung und die reine Teilnahme an den prestigeträchtigen Spielen waren Gewinn genug. „Es war eigentlich kein Trösten“, erklärte Fichtner die Umarmung im Ziel gegenüber der Bild. „Es war eher von meiner Seite, dass ich stolz auf ihn bin, was er heute geschafft hat. Er kann wirklich sehr zufrieden sein, was er da gezeigt hat.“
Zweisamkeit während Olympia ist für das Biathlon-Traumpaar übrigens nicht leicht. Wegen des strengen DSV-Hygienekonzepts im Teamhotel sind Treffen lediglich im Freien möglich. „Wir haben uns jetzt auch noch gar nicht groß gesehen, nur kurz im Ziel“, sagte Fichtner. „Ansonsten werden wir uns wahrscheinlich auch nicht groß sehen. Aber ja, wer weiß, vielleicht gehen wir mal eine Runde langlaufen zusammen oder so. Aber mehr ist da jetzt nicht möglich.“
Dass private Stunden eher selten sein würden, war aber keine Überraschung. „Das war uns im Vorfeld klar, dass, wenn einer von uns zu Olympia kommt und der andere nicht, sich das während des Events so gestaltet, wie es jetzt gerade ist. Und natürlich vermisst man sich und würde sich gerne sehen. Aber wir beide verstehen das zu 100 Prozent, warum es dann jetzt gerade nicht so möglich ist. Und dann akzeptiert man das und stellt sich darauf ein.“ (mbo)