Trump, Corona, Krieg: Fast eine Billion Euro – die unglaublichen Kosten der Krisen für Deutschland

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Laut einer IW-Studie haben Corona, Krieg und Trump die deutsche Wirtschaft seit 2020 stark belastet. In den Krisen sieht der Studienautor jedoch auch eine Chance.

Berlin – Die deutsche Wirtschaft kommt nicht richtig in die Gänge. Die Krise verdeutlichen die Zahlen der 100 umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Zwar erwirtschafteten sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 einen leicht höheren Gesamtumsatz von rund 1,55 Billionen Euro, was einem Plus von 0,6 Prozent entspricht. Doch der Gewinn vor Steuern und Zinsen schrumpfte drastisch um 15 Prozent auf 102 Milliarden Euro.

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Eine Vielzahl von Krisen macht der deutschen Wirtschaft seit Jahren zu schaffen. (Archivbild) © Marcel Kusch/dpa

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) warnte Ende des vergangenen Jahres, dies sei „keine konjunkturelle Delle, sondern ein struktureller Abstieg“. Mit einem minimalen Wachstum von 0,2 Prozent ist Deutschland im Jahr 2025 nur knapp einer dreijährigen Rezessionsphase entgangen.

Krisen kosten die deutsche Wirtschaft fast eine Billion Euro: Auf Corona-Einbruch folgt der Kriegsschock

Betrachtet man die Ergebnisse einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), grenzt das leichte Plus im vergangenen Jahr fast schon an ein Wunder. Demzufolge hat die deutsche Wirtschaft aufgrund vielfältiger Krisen seit dem Jahr 2020 einen Wertschöpfungsverlust von rund 940 Milliarden Euro erlitten. Die Wirtschaftsleistung liegt damit bis heute in etwa auf dem Niveau von 2019.

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie, 2020, belief sich der Wertschöpfungsverlust auf rund 185 Milliarden Euro. Im Jahr darauf kamen pandemiebedingte Einbußen in Höhe von 95 Milliarden Euro hinzu.

Ab 2022 bremste der Ukraine-Krieg mit dem Energiepreisschock und einer anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheit die wirtschaftliche Entwicklung. Die Verluste beliefen sich 2022 auf rund 85 Milliarden Euro. In den beiden Folgejahren erwirtschaftete Deutschland circa 140 beziehungsweise 200 Milliarden Euro weniger.

Krisen kosten die deutsche Wirtschaft fast eine Billion Euro: Trump-Politik hat enorme Negativauswirkung

Besonders drastisch wurde es, als Donald Trump Ende 2024 erneut zum US-Präsidenten gewählt wurde. Nach seinem Amtsantritt beschloss er rasch Zöll und setzte handelspolitische Drohungen in die Tat um. Im Jahr 2025 belief sich der Wertschöpfungsverlust deshalb auf weitere 235 Milliarden Euro, was rund einem Viertel der Gesamtsumme entspricht.

Dem IW Köln zufolge haben die Krisen über die Jahre zu einem wirtschaftlichen Ausfall von mehr als 20.000 Euro pro Erwerbstätigem geführt. Das entspricht etwa einem Fünftel der durchschnittlichen jährlichen wirtschaftlichen Leistung einer erwerbstätigen Person.

Krisen kosten die deutsche Wirtschaft fast eine Billion Euro: Strukturelle Defizite müssen behoben werden

Das IW Köln erkennt derzeit keine Hinweise darauf, dass die handelspolitischen Spannungen in den kommenden Jahren nachlassen werden. Das Institut sieht in der Krise jedoch auch eine neue Chance. „Mit seinem funktionierenden Rechtsstaat, stabilen Institutionen und einer gut ausgebildeten Bevölkerung bleibt Deutschland in unsicheren Zeiten im ökonomischen Wettbewerb“, sagt IW-Experte Michael Grömling.

Der geopolitische Umbruch und die Energiewende stellen Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen. „Um wirtschaftlich wieder führend zu werden, muss Deutschland strukturelle Defizite beheben: hohe Energiepreise, steigende Sozialabgaben und wachsende Bürokratie.“ (Quelle: IW Köln)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/fast-eine-billion-euro-die-unglaublichen-kosten-der-krisen-fuer-deutschland-zr-94164418.html