Die SPD Icking ehrt ein langjähriges Mitglied mit einer besonderen Auszeichnung. Zugleich wurde ein neuer Vorstand gewählt.
Icking – Vor fünf Jahren hatte der mittlerweile verstorbene Ortsverband-Ehrenvorsitzende Gerhard Jakobi eine besondere Auszeichnung erhalten: Die nach dem ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt benannte Medaille wird nur an langjährige Mitglieder von besonderer Bedeutung vergeben. Kurz vor seinem Tod am 16. September 2023 verfügte Jakobi, dass seine Medaille von Karin Siebert übernommen wird. Vor den jüngsten Neuwahlen des Ortsverbandes im Landgasthof Rittergütl ging Jakobis Wunsch nun endlich in Erfüllung.
„Es soll eine Wandermedaille werden“, erklärte Elisabeth Jakobi. Die Witwe gratulierte Karin Siebert, die bereits 1972 in die SPD eingetreten ist und den Ortsverein seit 54 Jahren unter anderem als Vorstandsmitglied geprägt hat. „Wir zwei sind eingefleischte Sozis“, berichtete ihr langjähriger Weggefährte Konrad Sedlmeyer. Er verwies auf Sieberts langjähriges Engagement bei der Lebensmittelausgabe der Tafel oder im Second-Hand-Laden.
86-Jährige outet sich als Willy-Brandt-Fan
Gabriele Skiba, Leiterin des SPD-Arbeitskreises 60plus, kennt die geehrte Genossin seit 36 Jahren. „Wenn alle unsere Mitglieder noch so viel Lust auf Politik hätten wie du, würden wir die ganze Republik rocken“, stellte sie fest. SPD-Kreisvorsitzender Klaus Barthel konnte da nur zustimmen und erinnerte an Sieberts Einsatz für die Energiewende, gerechte Löhne und die Beteiligung an Friedensdemos. „Es wäre gut, wenn es mehrere Karins gäbe“, betonte der Landratskandidat.
Siebert gab sich nach all den Lobeshymnen bescheiden und verdeutlichte, wie sehr sie Willy Brandt in den 1970er-Jahren bewundert hat. „Er zeigte mir und anderen die Neuorientierung Deutschlands“, erklärte die 86-Jährige. Besonders beeindruckt hat sie der Kniefall und Kranzniederlegung des SPD-Bundeskanzlers in Warschau sowie die Aussöhnung mit Polen.
SPD hofft auf positives Wahlergebnis
Nach der Ehrung wurde Karin Siebert zusammen mit Konrad Sedlmayer erneut als Kassenprüferduo in den Vorstand gewählt. Unterstützung erhält sie von der im Amt bestätigten SPD-Ortsvorsitzenden Dr. Beatrice Wagner, dem zweiten Vorsitzenden Dr. Stefan Schmitt, Schatzmeister Bernhard Hertwig und Schriftführer Julian Chucholowski.
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Nun hoffen die Genossen auf ein positives Ergebnis bei den anstehenden Kommunalwahlen. „Wir sind eine bedrohte Art: Die Listenaufstellung der Gemeinderatskandidaten hat uns aus unserem Tief geholt“, zeigte sich Schatzmeister Hertwig optimistisch. Zuvor drohte gar eine Auflösung beziehungsweise eine Fusionierung mit Ortsverbänden aus den umliegenden Gemeinden. ph