Skisprung-Star „weint den ganzen Tag“ vor Raimund-Gold – Beerdigung des Vaters nach Olympia

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Johann André Forfang steht vor einer der größten Herausforderungen seines Lebens: Der Verlust seines Vaters überschattet die Olympischen Spiele.

Mailand – Die Olympischen Winterspiele sollten ein Höhepunkt im Leben eines jeden Athleten sein. Für den norwegischen Skispringer Johann André Forfang sind sie jedoch von tiefer Trauer überschattet. Der 30-Jährige betrauert den Verlust seines Vaters, der im Alter von 68 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben ist. Diese persönliche Tragödie hat seine Vorbereitung und Teilnahme an den Wettkämpfen in Predazzo stark beeinflusst.

Johann André Forfang trauert um seinen Vater.
Johann André Forfang trauert um seinen Vater. © IMAGO/Ulrich Wagner

Forfang selbst beschreibt die emotionale Belastung als enorm: „Es war eine ganz besondere Vorbereitung. Ich habe eigentlich den ganzen Tag nur geweint“, sagte er der norwegischen Boulevardzeitung Dagbladet. Um sich auf den Wettkampf vorzubereiten, hörte er eine Playlist, die er gemeinsam mit seinem Vater erstellt hatte. Diese Musik half ihm, die emotionale Verbindung zu seinem Vater aufrechtzuerhalten, auch wenn dieser nicht mehr physisch anwesend war.

Große Trauer um Vater von Skisprung-Star

Trotz seiner Trauer trat Forfang im Wettkampf an und belegte dabei den neunten Platz. Während Philipp Raimund die Goldmedaille gewann, trat das sportliche Ergebnis für Forfang angesichts seines persönlichen Schicksalsschlags völlig in den Hintergrund. „Ich habe noch nicht so viele Wettkämpfe bestritten, ohne dass er da war. Es ist sehr schwer und speziell“, erklärte Forfang weiter.

Um seinem Vater während des Wettkampfs zu gedenken, trug Forfang einen speziell beschrifteten Handschuh. Diese Geste war für ihn ein wichtiger Teil des Abschiedsprozesses. Die Beerdigung seines Vaters soll erst nach den Winterspielen stattfinden, was Forfang eine gewisse Erleichterung verschafft. „Ich bin erleichtert, dass ich mich nicht zwischen den Olympischen Spielen und der Beerdigung entscheiden musste“, sagte er dem norwegischen Sender NRK.

Die Skisprung-Community zeigt sich tief betroffen von Forfangs Schicksal. Viele seiner Kollegen und Fans zollen ihm Respekt für seine Stärke und seinen Mut, trotz der schweren persönlichen Umstände an den Spielen teilzunehmen. Forfangs Geschichte erinnert daran, dass hinter den sportlichen Leistungen oft persönliche Geschichten stehen, die nicht immer sichtbar sind, aber genauso viel Anerkennung verdienen. (smr)