Nahverkehr-Streik in Bayern: Protest legt mehrere Städte lahm – Was es zu wissen gibt

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Die Gewerkschaft Verdi ruft für Mittwoch zu ganztägigen Warnstreiks im Nahverkehr auf. Was Fahrgäste jetzt wissen müssen.

München / Nürnberg / Bayreuth – Die Gewerkschaft Verdi hat für diese Woche Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. Am Mittwoch sollen U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse in München und Nürnberg stillstehen. In Bayreuth beginnen die Streikmaßnahmen bereits am Dienstag und dauern zwei Tage an. Es handelt sich um die zweite Streikwelle in Bayern innerhalb der laufenden Tarifauseinandersetzung.

Streik in München und Nürnberg: Stark eingeschränkter Betrieb zu erwarten

In Nürnberg werden am Mittwoch sämtliche U-Bahn-Linien und alle Straßenbahnen ausfallen. Auch das reguläre Busangebot entfällt komplett, wie die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) mitteilt. Allerdings will das Unternehmen Ersatz organisieren. Über private Dienstleister sollen 16 Buslinien nach dem Muster des nächtlichen NightLiner-Netzes verkehren und vom Hauptbahnhof aus in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen. Die S-Bahn der Deutschen Bahn soll nach aktueller Planung verkehren.

In München, Nürnberg und Bayreuth legt Verdi den öffentlichen Nahverkehr lahm. Am Mittwoch fallen U-Bahnen, Straßenbahnen und die meisten Busse aus. (Symbolbild)
In München, Nürnberg und Bayreuth legt Verdi den öffentlichen Nahverkehr lahm. Am Mittwoch fallen U-Bahnen, Straßenbahnen und die meisten Busse aus. (Symbolbild) © IMAGO / Jan Huebner

Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) setzt auf Busse von Partnerunternehmen. Allerdings wird hier lediglich ein stark reduzierter Betrieb möglich sein, zudem müssen Fahrgäste mit unregelmäßigen Abfahrtszeiten rechnen, heißt es auf der Internetseite der MVG. Ob Straßenbahnen fahren, hängt vom verfügbaren Personal ab. Sollten Fahrzeuge eingesetzt werden können, würden sie auf der stark frequentierten Linie 20 in der Dachauer Straße zum Einsatz kommen. Aber: Die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen und die Regionalbusse sollen planmäßig verkehren.

In Bayreuth sind nach Angaben der dortigen Stadtwerke Streiks bereits am Dienstag und am Mittwoch geplant. Mithilfe von Bussen von Partnerunternehmen will die Stadt aber ein Grundangebot aufrechterhalten, so die Stadtwerke.

Gewerkschaft fordert deutlich höhere Löhne – Arbeitgeber sprechen von „unverständlicher Eskalation“

In Bayern verlangt Verdi unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen die Forderungen als zu teuer zurück. Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen Kosten angespannt, im öffentlichen Nahverkehr sind die Defizite der kommunalen Verkehrsgesellschaften in den vergangenen Jahren gestiegen, so die Arbeitgeber.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern (KAV) spricht von einer unverständlichen Eskalation. Die kommunalen Verkehrsunternehmen böten bereits jetzt attraktive Arbeitsbedingungen, Entgelte und Arbeitsplatzsicherheit. Zudem hätten die Arbeitgeber bereits am 19. Januar weitere Verbesserungen und eine Entgelterhöhung von mindestens fünf Prozent angeboten, so der KAV. In der angespannten Finanzlage der Kommunen führten übermäßige Steigerungen der Personalkosten zu höheren Fahrpreisen und reduziertem Angebot. Es gelte daher, maßvoll mit öffentlichen Geldern umzugehen, betonen die Arbeitgeber. (Quelle: dpa), (fhz)

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