„Mercedes unter den Baumaschinen“: Insolvenz für traditionsreichen Baggerhersteller

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Ein Traditionsunternehmen aus der Baumaschinenbranche hat einen Insolvenzantrag auf Eigenverwaltung beantragt – parallel läuft die Investorensuche an.

Delmenhorst – Einst bezeichnete CEO Brahim Stitou die Atlas GmbH als den „Mercedes unter den Baumaschinen“. Doch zwölf Jahre später droht der Stern zu verblassen: Die Baubranche kriselt seit Langem und damit auch der niedersächsische Hersteller von Baggern, Ladekränen und anderen Baustellengroßgeräten. Anfang Februar hat der Baumaschinenhersteller Atlas GmbH auf die anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten reagiert und einen Insolvenzantrag gestellt.

Baumaschinenhersteller in Schieflage: Gericht gibt Insolvenzantrag in Eigenverwaltung von Atlas GmbH statt

Das zuständige Amtsgericht Delmenhorst ordnete daraufhin eine vorläufige Eigenverwaltung an. Damit dürfen die sieben Geschäftsführer um Stitou vorerst die Geschäfte weiterführen, weil das Gericht dem Unternehmen mit Sitz in Ganderkesee (Kreis Oldenburg) nach einer umfassenden Prüfung gute Sanierungsaussichten bescheinigte.

Als Unterstützung wurden die Sanierungsexperten Malte Köster und Hans-Joachim Berner von der Kanzlei KÖSTERBERNER als Generalbevollmächtigte eingesetzt. Außerdem fungiert Hendrik Gittermann von der Kanzlei REIMER vorerst als Sachverwalter, wie das Gericht mitteilte.

Marktschwäche in Bauwirtschaft trifft Atlas – Restrukturierungsmaßnahmen sollen endlich fruchten

Das Traditionsunternehmen hat seit einigen Jahren mit der aktuellen Marktschwäche in der Bauwirtschaft zu kämpfen. Daraus resultierten rückläufige Auftragseingänge und eine niedrige Betriebsauslastung, was auch für die insgesamt vier Tochtergesellschaften der Gruppe galt. Für die Atlas Spare Parts GmbH, Atlas FF GmbH & Co. KG, Atlas Group Services GmbH und Atlas Kompakt GmbH wurden deshalb ebenfalls Anträge auf Eigenverwaltung gestellt. Die bisherigen Restrukturierungsmaßnahmen konnten die Liquiditätsengpässe nicht verhindern – das soll nun das strukturierte Eigenverwaltungsverfahren leisten und das Unternehmen nachhaltig stabilisieren.

Atlas zählt mit seinen Baggern, Kränen und Co. zu den bekanntesten deutschen Baumaschinenherstellern – doch nun folgte der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung.
Atlas zählt mit seinen Baggern, Kränen und Co. zu den bekanntesten deutschen Baumaschinenherstellern – doch nun folgte der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung. ©  IMAGO / Manfred Segerer

„Atlas ist operativ leistungsfähig und verfügt über eine starke Marke“, erklärte Köster in einem Pressestatement. Ziel sei es, gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Perspektiven zu entwickeln.

Drei Standorte in Deutschland, einer in England – Bevollmächtigte sehen Atlas gut aufgestellt

Parallel zum Verfahren läuft der Geschäftsbetrieb des 1919 gegründeten Unternehmens vorerst weiter und die Gehaltszahlungen für die rund 400 Mitarbeiter sind dank des Insolvenzgeldes bis einschließlich April gesichert. Weiterhin startet Atlas in den kommenden Tagen eine Investorensuche, die laut dem Unternehmen zusätzliche Optionen für die Zukunft von Atlas sichern solle. Strukturell sieht der Generalbevollmächtigte Berner Atlas, das Standorte in Ganderkesee, Delmenhorst, Vechta und Bradford (England) betriebt, gut aufgestellt.

Das Unternehmen verfüge über „hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine in der Branche anerkannte Produktqualität“. Zuletzt lag der Umsatz bei rund 150 Millionen Euro. (Quellen: Weser Kurier, Atlas GmbH, Bernerköster.de) (msw)

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