Sie ging mit einem Kreuzbandriss an den Start, ging volles Risiko – und stürzte schwer. Nun gibt US-Ski-Star Vonn ein emotionales Statement aus der Klinik ab.
Cortina d’Ampezzo – Es ist eine der Tragödien bei Olympia 2026 schlechthin. Schon jetzt. Lindsey Vonn und ihr Verletzungsdrama in der Abfahrt. Nach nur 13 Sekunden endete der Medaillentraum der Amerikanerin abrupt und auf so heftige Weise, dass es nicht nur das Ende des olympischen Traums bedeutete, sondern wohl auch der imposanten Karriere. Das verriet ihr Vater Alan Kildow.
Am Montagabend, um kurz vor Mitternacht, hat sich die 41-Jährige nun erstmals zu Wort gemeldet. Aus dem Ca’-Foncello-Krankenhaus in Treviso schrieb sie via Instagram: „Gestern endete mein olympischer Traum nicht so, wie ich es mir erträumt hatte. Es war kein märchenhaftes Happy End, sondern einfach nur das Leben. Ich habe es gewagt zu träumen und habe hart dafür gearbeitet, diesen Traum zu verwirklichen.“
Lindsey Vonn zieht sich bei Olympia-Sturz einen Schienbeinbruch zu – mehrere Operationen nötig
Vonn über die verhängnisvolle Szene: „Im Ski-Alpin kann der Unterschied zwischen einer strategischen Linie und einer katastrophalen Verletzung nur ein paar Zentimeter betragen. Ich war einfach diese paar Zentimeter zu eng auf meiner Linie, als sich mein rechter Arm im Tor verfing, mich verdrehte und zum Sturz führte.“
Die Siegerin der Olympia-Abfahrt 2010 in Vancouver ging bereits mit einem Kreuzbandriss an den Start, betonte aber: „Mein Kreuzband und frühere Verletzungen hatten nichts mit meinem Sturz zu tun.“ Dann klärte sie über die Schwere ihrer Verletzung auf: „Leider habe ich mir eine komplexe Tibiafraktur (Anm. d. Red.: ein schwerer Schienbeinbruch) zugezogen, die derzeit stabil ist, aber mehrere Operationen erfordert, um sie richtig zu behandeln.“
Die 41-Jährige weiter: „Auch wenn der gestrige Tag nicht so endete, wie ich es mir erhofft hatte, und trotz der starken körperlichen Schmerzen, die er verursacht hat, bereue ich nichts. Gestern im Starttor zu stehen, war ein unglaubliches Gefühl, das ich nie vergessen werde. Zu wissen, dass ich dort stand und die Chance hatte zu gewinnen, war an sich schon ein Sieg.“
Dann wurde Vonn philosophisch: „Ähnlich wie beim Skifahren gehen wir auch im Leben Risiken ein. Wir träumen. Wir lieben. Wir springen. Und manchmal fallen wir. Manchmal wird unser Herz gebrochen. Manchmal erreichen wir die Träume nicht, von denen wir wissen, dass wir sie erreichen könnten. Aber das ist auch das Schöne am Leben: Wir können es versuchen. Ich habe es versucht. Ich habe geträumt. Ich bin gesprungen.“
An ihre über 3,2 Millionen Follower richtete sie daher zum Abschluss einen kämpferischen Appell: „Ich hoffe, wenn ihr etwas aus meiner Reise mitnehmt, dann ist es, dass ihr alle den Mut habt, Großes zu wagen. Das Leben ist zu kurz, um keine Risiken einzugehen. Denn das einzige Versagen im Leben ist, es nicht zu versuchen. Ich glaube an euch, so wie ihr an mich geglaubt habt.“ (rele)