„Enzo würde sich im Grab umdrehen“: Ferraris neues Elektroauto-Cockpit spaltet die Fans

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Ferrari wagt mit seinem neuen E-Auto im Innenraum einen radikalen Designbruch – doch viele Fans sind alles andere als begeistert. Vor allem die Displays polarisieren.

München – Neue Wege sind in der Automobilbranche nicht immer leicht zu beschreiten – vor allem für bestimmte Marken. Gerade umfangreiche Design-Änderungen bringen die Fan-Gemeinde häufig in Rage – bestes Beispiel war zuletzt Jaguar oder auch vor einigen Jahren der neue Grill bei BMW. Und wenn dann noch eine Traditionsmarke ein E-Auto präsentiert, kochen die Emotionen schneller hoch als ein 1000-PS-Stromer von 0 auf 100 beschleunigt. Aber der Reihe nach: Ferrari hat einen Elektro-Sportwagen angekündigt – dessen Außendesign ist aber noch nicht enthüllt. Stattdessen zeigten die Italiener das Cockpit des Wagens: Entworfen von keinem Geringeren als Sir Jony Ive – dem Mann, der bei Apple das iPhone, das iPad und die Apple Watch formte – zusammen mit seinem Partner Marc Newson über deren Agentur LoveFrom.

Blick ins Cockpit des neuen Ferrari Luce
So sieht das Cockpit des neuen Elektro-Ferraris aus. In sozialen Medien zeigen sich viele Fans entsetzt. © Ferrari

Mit der Präsentation des Interieurs gab Ferrari auch den Namen für den Elektro-Sportler bekannt: Luce, italienisch für „Licht“. Doch viele Fans prophezeien der Marke mit dem neuen Cockpit eher eine düstere Zukunft. Unter dem Instagram-Post von Ferrari (weiter unten zu finden) sammelten sich in kürzester Zeit tausende Kommentare. „Zu viel Apple, zu wenig Ferrari… Wo ist der italienische Stil?“, lautet nur eine der kritischen Stimmen.

„Was zum Fiat 500?“ – Viele Fans entsetzt vom neuen Ferrari-Interieur

Doch viele wurden noch wesentlich deutlicher:

  • „Was zum Fiat 500?“
  • „Enzo würde sich im Grab umdrehen.“
  • „Das Ferrari 17 Pro Max.“
  • „Nintendo Ferrari noch vor GTA 6.“
  • „Kann Ferrari sich selbst eine Unterlassungserklärung schicken?“
  • „Der 1. April ist erst in zwei Monaten…“

Lob gibt es auch – aber nicht für die Displays: „Was für ein wunderschönes Lenkrad!“

Tatsächlich sehen die Bildschirme in dem Ferrari schon sehr nach iPad aus. Ein Nutzer drückt es so aus: „Das Design ist zwar großartig, passt aber nicht zu Ferrari“. Man erwarte irgendwie diesen „italienischen Stil“, aber eben „nicht in Form eines Fiat 500 XL.“ Neben viel Kritik gibt es vereinzelt auch Lob: „Tolles Design. Gut gemacht, Jony Ive, gefällt mir irgendwie“, schreibt jemand. Bei den wenigen positiven Kommentaren, sind es aber nicht die Bildschirme, die gut ankommen: „Das Lenkrad ist sehr gut, aber diese iPads passen so gar nicht in einen Ferrari“, schreibt ein User. Ein anderer sieht es ähnlich: „Was für ein wunderschönes Lenkrad!“

Spannende Mischung aus physischer Bedienung und neuartigen Bildschirmen

Wer genauer hinschaut, erkennt: Ferrari und LoveFrom haben sich bewusst gegen die Touchscreen-Dominanz entschieden, die das Interieur vieler moderner Elektroautos prägt – und die auch in neuen Crashtests abgewertet wird. Unterhalb des zentral montierten 10-Zoll-Bildschirms sitzen Kippschalter im Flugzeugstil für Klimaanlage und Sitzheizung sowie ein physischer Lautstärkeregler.

Das technische Herzstück ist die Instrumenteneinheit – von Ive „Binnacle“ genannt. Sie bewegt sich erstmals bei einem Serien-Ferrari mit der Lenksäule in vertikaler Richtung und besteht aus zwei überlappenden OLED-Displays. Drei große Aussparungen im oberen Panel geben den Blick auf ein zweites Display dahinter frei – eine Weltneuheit, die optische Tiefe erzeugt. Die Grafiken sind dabei bewusst retroinspiriert im Stile von Rundinstrumenten der 1950er- und 60er-Jahre gehalten. Auch das Drei-Speichen-Lenkrad aus Aluminium zitiert die Vergangenheit.

Neuer Ferrari Luce: Startvorgang der besonderen Art

Besonders theatralisch ist der Startvorgang im neuen E-Ferrari: Ein Schlüssel aus Gorilla Glass mit E-Ink-Display wird in eine Dockingstation in der Mittelkonsole gesteckt. Dabei wechselt seine Farbe von Ferrari-Gelb zu Schwarz, während Cockpit und Displays zum Leben erwachen. Der „Schalthebel“ besteht ebenfalls aus Gorilla Glass.

Am Ende offenbart die Debatte eine Grundsatzfrage: Kann ein Ferrari ohne Motorendonner, ohne V8 oder V12, noch ein echter Ferrari sein? Der Hersteller scheint mit dem Luce einen besonderen Weg zu wählen: weder die Bildschirmwüste eines Teslas noch die analoge Nostalgie vergangener Jahrzehnte, sondern eine Synthese aus physischer Haptik, digitaler Präzision und handwerklichem Anspruch. Ob das reicht, um die Puristen zu überzeugen, wird sich spätestens im Mai 2026 zeigen – wenn in Italien endlich auch das ganze Auto gezeigt wird. Im Übrigen gab es auch bei der Präsentation des BMW iX3 viel Gegenwind – doch inzwischen kann sich der bayerische Autobauer für das Modell vor Bestellungen kaum retten.

Für die meisten stellt sich die Frage nach der Kaufentscheidung für einen Ferrari Luce aufgrund des Preises (der noch nicht bekannt ist, aber vermutlich im höheren sechsstelligen Bereich liegen wird) ohnehin nicht – vielleicht schon eher die Hot-Wheels-Variante im Taschenformat. (Quellen: Ferrari, Instagram, eigene Recherche) (sop)

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