Der Mount Everest im Himalaya entstand in vielen Millionen Jahren. Vor langer Zeit hätte man zum heutigen höchsten Punkt der Erde tauchen müssen.
Himalaya – Auch wenn der Mount Everest nicht als größter Berg gilt, bildet er mit knapp 8849 Metern den höchsten Punkt der Erde. Früher allerdings hätte man dorthin tauchen müssen. Denn der Everest war einst Meeresboden und lag am Grund des Ozeans. Der Berg, der Teil des Himalaya-Gebirgsmassivs ist, entstand in vielen Millionen Jahren – und er wächst immer noch.
Erst 2020 erhielt der Everest offiziell eine neue Höhe. China und Nepal, die sich den Berg teilen, hatten mit moderner Technik nachgemessen. Das Ergebnis: Der Everest war rund einen Meter höher als bei der letzten Messung in den 1950er Jahren. Doch vor langer Zeit lag er tief im Meer. Der höchste Punkt unseres Planeten ist das Ergebnis eines spektakulären geologischen Prozesses, der vor 40 bis 50 Millionen Jahren begann.
Mount Everest: Höchster Punkt der Erde lag einst auf dem Meeresboden
Eigentlich sogar vor rund 200 Millionen Jahren. Da begann der Urkontinent Pangäa zu zerfallen. Dabei trennte sich die Indische Platte und begann, nach Norden in Richtung Eurasischer Platte zu wandern, der Fläche, die wir heute als Asien kennen. Zwischen diesen Platten war damals Wasser, der sogenannte Tethys-Ozean.
Dieses Meer, das sich vom Mittelmeer bis zum heutigen Himalaya-Gebirge erstreckte, bedeckte während des Mesozoikums (Erdmittelalter) große Teile der Erde. Durch Kontinentalverschiebungen wurde es immer kleiner. Vor etwa 50 Millionen Jahren verschwand die Tethys und die Geschwindigkeit der Indischen Platte verlangsamte sich. Wissenschaftler vermuten laut National Geographic den Beginn des Zusammenstoßes mit der Eurasischen Platte.
Es war der Beginn der Entstehung des Himalaya-Massivs. Die gewaltige Kollision führte zu enormen Druckkräften, die die Landschaft über eine Strecke von rund 2500 Kilometern „zerknitterten“ und damit das höchste Gebirge unseres Planeten schufen. Der Prozess der Plattentektonik ist bis heute nicht abgeschlossen. So wächst der Mount Everest pro Jahr im Schnitt um einen Millimeter, wobei Geologen in einem Artikel des Fachmagazins Nature Geoscience beschreiben, dass der höchste Berg der Erde um bis zu zwei Millimeter pro Jahr wächst. Forscher sind sich allerdings einig, dass der Berg eine bestimmte Höhe nicht überschreiten wird. (Quellen: nature.com, nationalgeographic.de) (mt)