Milliardenverluste durch Online-Scams: In Südostasien entsteht eine riesige Betrugsindustrie

In Südostasien hat sich eine riesige Online-Betrugsindustrie entwickelt, die weltweit Menschen um ihr Geld bringt, wie "AP" berichtet. Die Maschen sind oft simpel: In einer Nachricht wird ein gut bezahlter Nebenjob angeboten oder mit einer vermeintlich lukrativen Investitionsmöglichkeit geworben. Dahinter steckt ein System, das nicht nur Opfer täuscht, sondern auch Arbeiter ausbeutet.  

Laut den Vereinten Nationen arbeiten allein in Myanmar über 120.000 Menschen unter Zwang in solchen Betrugszentren. Sie werden mit falschen Versprechen angelockt und anschließend ihrer Pässe beraubt, um nicht flüchten zu können.

Flexibilität und Schutz durch lokale Eliten

Die Netzwerke sind schwer zu stoppen, weil sie extrem flexibel und gut vernetzt sind. Wie "AP" berichtet, können sie ihre Standorte schnell verlagern. Ein Beispiel ist der KK Park an der Grenze zwischen Myanmar und Thailand, der 2023 von der Armee gestürmt wurde. Nach der Razzia flohen rund 1.500 Arbeiter in benachbarte Länder. Andere Zentren in der Region arbeiten heute noch ungestört weiter. 

Die Betrugszentren sind oft riesige Anlagen mit Schlafräumen, Geschäften und Freizeitangeboten für die Arbeiter. Manche verstecken sich auch in normalen Bürogebäuden oder Mietwohnungen. Häufig genießen sie den Schutz lokaler Eliten, die von den kriminellen Geschäften profitieren.

Der kambodschanischen Geschäftsmann Chen Zhi gründete die Prince Holding Group, einen multinationalen Mischkonzern, der laut US-Justizministerium als Tarnorganisation für „eine der größten transnationalen kriminellen Organisationen Asiens“ diente
Der kambodschanischen Geschäftsmann Chen Zhi gründete die Prince Holding Group, einen multinationalen Mischkonzern, der laut US-Justizministerium als Tarnorganisation für „eine der größten transnationalen kriminellen Organisationen Asiens“ diente TANG CHHIN SOTHY/AFP via Getty Images

Kopf eines globalen Betrugsnetzwerks

Chen Zhi, der Kopf eines solchen Betrugnetzwerks, wurde laut "BBC" im Oktober wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt. Laut US-Staatsanwälten soll er allein in den USA mindestens 250 Menschen um Millionen betrogen, darunter ein Opfer, das 400.000 Dollar in Kryptowährung verlor. Insgesamt verloren Amerikaner im Jahr 2024 rund 10 Milliarden Dollar durch Betrügereien, die mit Netzwerken in Südostasien verbunden sind.