Hotelpläne im Dornröschenschlaf? Schliersee ringt weiter um neue Gästebetten

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Quo vadis? Was mit dem Grundstück an der Bayrischzeller Straße in Neuhaus passiert, ist unklar. Monte mare wägt ab, ob es Hotel- oder Wohnbau-Pläne verwirklicht. © THOMAS PLETTENBERG

Vor einigen Monaten hatte „monte mare“ Hotelpläne für Neuhaus vorgelegt. Nun folgten Alternativpläne für Mehrfamilienhäuser. Entschieden sei noch nichts, heißt es. Aber Schliersee kommt bei dem Wunsch nach weiteren Gästebetten nicht voran.

Schliersee – Nach dem Bürger-Nein zum Neubau des Schlierseer Hofs herrschte in Schliersee bezüglich Hotel-Neubauten Katerstimmung. Bis „monte mare“ kam und Pläne für ein Gästehaus mit 32 Zimmern in Neuhaus vorlegte. Jetzt aber hat das Unternehmen einen Vorbescheids-Antrag für das Gelände direkt an der Bundesstraße vorgelegt, der in eine ganz andere Richtung geht. Zwei Mehrfamilienhäuser und ein Beherbergungsgebäude sollen es werden. Hat „monte mare“ die Hotel-Pläne ad acta gelegt? Nicht ganz, sagt Geschäftsführer Herbert Doll auf Nachfrage. Vielmehr fahre man zweigleisig. „Wir rechnen beide Projekte durch und schauen, welches den Zuschlag bekommt.“ Im Bauausschuss äußerten sich Gerhard Waas (Grüne) und Florian Guggenbichler bedauernd über das scheinbare Aus des Beherbergungs-Vorhabens, das Gremium erteilte aber auch dem Geschosswohnungsbau mit Zweitwohnungen in einem dritten Haus direkt an der Straße seinen Segen. Die Abstandsflächen, wie sie im Ort abweichend von der Bayerischen Bauordnung gelten, müssen aber eingehalten werden.

Womöglich hat Schliersee also auch an dieser Stelle kein neues Hotel. Bleibt als Hoffnungsträger das Vitalresort-Projekt an der Stolzenbergstraße in Neuhaus. Zuletzt sei an den Details des Durchführungsvertrags gefeilt worden, teilt Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) auf Anfrage mit. „Es hakt nur an Kleinigkeiten, wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Wie berichtet, werkelt Projektplaner Wolf-Dieter Roetzer seit Jahren an dem Großprojekt, das er inzwischen Naturressort nennt. Auf gut 12 000 Quadratmetern sollen Naturhotel (Vier-Sterne-Niveau, 80 Betten), Naturhaus (drei Sterne, 90 Betten), vier Chalets (24 Betten) an einem Teich sowie Gesundhaus mit Praxen und Behandlungsräumen entstehen. Es könnte dem schleichenden Bettenschwund entgegenwirken, mit dem Schliersee seit vielen Jahren zu kämpfen hat.

Vor einigen Jahren schloss etwa das Hotel Reiter an der Rißeckstraße mit ehedem rund 40 Zimmern seine Pforten. Aus den Plänen für 22 Ferienwohnungen – zunächst anvisierte Eröffnung: Ende 2023 – ist bis heute nichts geworden. Gab sich die Tegernseer Springwater Group als Projektplaner anfangs offen, antwortete sie im Laufe der Jahre immer schmallippiger auf Anfragen unserer Zeitung, und jetzt will sie zu dem Projekt gar nichts mehr sagen. Und warnt zeitgleich vor „unbelegten und spekulativen Darstellungen“.

Keine Spekulation ist derweil, dass ein anderes Projekt der Springwater Group allenfalls schleppend vorankommt: der Sachranger Hof in Aschau. Zuletzt berichtete das Oberbayerische Volksblatt darüber, dass das Anwesen auf Betreiben einer kreditgebenden Bank zwangsversteigert werden soll. Im März. Das allerdings möchte die Springwatergroup noch abwenden. Man arbeite „intensiv an einer tragfähigen Gesamtlösung“ und habe das Projekt keinesfalls fallengelassen. Im Laufe der ebenfalls seit 2022 laufenden Planungen habe es Unstimmigkeiten mit der Gemeinde gegeben, die den Bau von Zweitwohnsitzen statt eines Beherbergungsbetriebs mit Restaurant fürchtete. Zudem werde die Finanzierung aufgrund er allgemeinen Wirtschaftslage immer schwieriger. Dennoch wolle man das Projekt „wie vorgesehen“ umsetzen.