Dr. Florian Huber begeistert Grundschüler mit Unterwasserwelt

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Neugier: Dr. Florian Huber konnte sich vor Fragen der Viertklässler kaum retten. © mw

Der Meeresarchäologe Dr. Florian Huber hielt einen packenden Vortrag. 130 Viertklässler erfuhren von versunkenen Schätzen und Geisternetzen.

Odelzhausen – Eine Sternstunde erlebten rund 130 Schüler aller vierten Klassen in der Odelzhausener Grundschule, als der Meeresarchäologe und Forschungstaucher Dr. Florian Huber zu Besuch kam und einen höchst interessanten Vortrag über seine Arbeit hielt.

In über 100 Ländern weltweit ist Dr. Huber schon tätig geworden. Die Tiefen der Meere seien der bedeutendste Lebensraum auf der Erde und müssten deshalb auch geschützt werden. Dazu gehören natürlich auch die Lebewesen, weshalb er nichts mehr, das aus dem Meer kommt, essen mag. „Ich kann mich doch nicht einerseits an den Tieren, die ich dort entdecke, erfreuen und sie fotografieren, und sie andererseits dann essen“, erklärte er den Kindern. Die lauschten gespannt und aufmerksam, und blickten teilweise mit offenen Mündern auf die Fotos aus der Unterwasserwelt, die er mittels Beamer an die Schultafel warf.

Fundstücke aus Tauchgängen begeisterten die Schüler

Großen Eindruck machte auch die mitgebrachte kleine Holzkiste, ein detailgetreuer Nachbau eines Fundstückes aus Haithabu, in dessen Hafen die Schiffe der Wikinger ihren Umschlagplatz gehabt haben. „Diese Geschichte“, so Huber, „ist das, was uns reizt und uns so gerne unsere Arbeit machen lässt, zu erforschen, wie und weshalb das Artefakt, sprich Objekt, an diesen Ort gekommen ist“. In diesem Fall wurde vermutet, dass die Holzkiste gestohlen und zur Vertuschung mit einem Stein beschwert über Bord in den Hafen geworfen wurde. Das war vor rund eintausend Jahren.

Viele Fundstücke hatte Meeresarchäologe Dr. Florian Huber dabei.
Viele Fundstücke hatte Huber dabei. © mw

„Das Meer ist das größte Museum der Welt“, betonte der 50-jährige in München geborene und in Lenggries aufgewachsene Meeresarchäologe, und erzählte den Kindern von seinen unzähligen Funden auf dessen Boden. Dazu gehörten neben Schiffen, Kanonen und Gefäßen auch Knochen und sogenannte Geisternetze, das sind Fischernetze, die sich losgerissen oder verfangen haben. Sie treiben immer noch durch die Meere, es verfangen sich weiterhin Tiere darin, die dann sterben. Diese Netze machten 30 bis 50 Prozent des gefährlichen Meeresplastiks aus. Hubers Wissen war schier unerschöpflich.

Viele Fragen über Goldschatz, Lieblingstier und Angst beim Tauchen

Nach einem fast nicht enden wollenden Applaus durften dann noch Fragen an ihn gestellt werden, die er geduldig und sehr ehrlich beantwortete. „Hast du schon einmal einen Goldschatz gefunden? Was ist dein Lieblingsunterwassertier? Haben Sie schon einmal Angst bei einem Tauchgang gehabt? Sind Sie schon einmal einem weißen Hai begegnet? Was machst du, wenn du beim Tauchen auf Toilette musst?“

Die Neugierde der Kinder war enorm, was zeigte, dass der Funke übergesprungen war. Schulrektorin Cordula Weber bedankte sich herzlich bei Dr. Florian Huber. Ermöglicht hat das Angelika Aigner vom Buchladen Odelzhausen. Bei einer Buchmesse war sie auf den Meeresarchäologen aufmerksam geworden und hat dann Trinkgelder und die Spenden für ihre „Mitnehmbücher“ gesammelt, bis sie das Geld für einen Vortrag zusammenhatte. Es war ihr eine Herzensangelegenheit, den Multivisionsvortrag von Dr. Florian Huber den Schülern in Odelzhausen zum Geschenk zu machen.
von Marlene Wagner

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/dachau/odelzhausen-ort29207/dr-florian-huber-begeistert-grundschueler-mit-unterwasserwelt-94114038.html