Der Eisweiher ist verschlammt: „Man steht im Schlamm statt zu schwimmen"

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Im Saal des Bürgerhauses verfolgt das Publikum die Debatte über Entschlammung, Geothermie und eine mögliche Bushaltestelle. © Gerald Förtsch

Bei der Bürgerversammlung in Ismaning ging es um den verschlammten Eisweiher. Auch Kriegsvorbereitung und Wärmeversorgung wurden diskutiert.

Ismaning - „Respekt für Ihr Sitzfleisch.“ Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich zog nach fast vier Stunden Bürgerversammlung den Hut vor Hunderten Besuchern, die bis zum Schluss ausgeharrt haben. Nach dem gewohnt umfangreichen Jahresbericht des Bürgermeisters gab es dann auch aus den Reihen der Bürgerschaft Fragen und Anträge.

Einen ganz konkreten Antrag hatte Helmut Rosenmüller, der eine Entschlammung des Eisweihers wünscht. „Dort kann man nicht mehr schwimmen, sondern man steht stattdessen im Schlamm“, sagte der Bürger. Er machte deutlich, dass wegen des verschlammten Untergrunds immer weniger Ismaninger den ortsnahen Weiher im Sommer nutzen. Bürgermeister Alexander Greulich erklärte, dass man den Weiher von Zeit zu Zeit entschlammt, aber noch keinen Zeitpunkt für die neue Maßnahme habe. Er nahm den Antrag mit und nun muss der Gemeinderat binnen drei Monaten über das Thema beraten. Der Ismaninger Bürgermeister erklärte, dass die Wildgänse am Weiher die Ursache darstellen. „Deren Hinterlassenschaften sind das Problem“, sagte Greulich, „die Gänse bekommen wir nicht in den Griff.“

Albert Heffner fragte nach den Gesamtkosten für den Bau des Technischen Rathauses und wollte wissen, warum die Gemeinde nicht einfach leerstehende Gewerbeflächen angemietet habe. Hierzu sagte Alexander Greulich, dass nach den Schlussrechnungen maximal 15 Millionen Euro erreicht werden. Eine Anmietung von Gewerbeflächen sei im Gemeinderat kein Thema gewesen. Der Bürgermeister betonte, dass die Nähe der beiden Rathäuser für die Arbeit sehr gut sei und das Technische Rathaus einen guten Bürgerservice bei Baufragen biete.

Frank Schillinger nutzte die Bürgerversammlung zu einer Anfrage, ob man an der Aschheimer Straße eine Bushaltestelle einrichten kann auf der Höhe der Gymnasium-Sporthalle. „Es ist nicht sehr attraktiv, die Halle mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzufahren“, sagte der Bürger. Alexander Greulich hatte Verständnis und berichtete, dass man sich in der Versammlung schon Gedanken machte. An der Aschheimer Straße sieht er durch die Bebauung und die geschützte Allee keine Chance auf eine Haltestelle: „Wir würden eine neue Gefahrenquelle schaffen und das würden weder Landratsamt noch MVV akzeptieren.“

Eine schriftliche Anfrage kam von Bernhard Herd zur Wärmeversorgung Ismaning. Er verwies darauf, dass für ein Einfamilienhaus eine Wärmepumpe nachhaltiger und finanziell attraktiver sei. Hierzu sagte Bürgermeister Alexander Greulich, dass die Preisgestaltung an sechs verschiedene Indizes angebunden sei „und da kommen Vergünstigungen der Preise auch verspätet bei uns an“. Langfristig habe die Wärme über Geothermie aber das beste Potenzial.

Bei einer weiteren Anfrage ging es Ewald Graf um die Frage, ob Ismaning im Kriegsfall vorbereitet sei. Hierzu sagte der Bürgermeister, dass die Gemeinde Zugriff auf das örtliche Stromnetz habe, aber eben nicht auf Leitungen außerhalb von Ismaning. „Bei der Entschärfung der Weltkriegsbomben haben wir beim Krisenmanagement unsere Leistungsfähigkeit bewiesen“, sagte der Ismaninger Bürgermeister. Bezüglich Schutzräumen sei dies eine Frage des Bundes. Landrat Christoph Göbel verwies auch auf eine Broschüre des Landkreises über die Krisenvorbereitung.