„Toxischen Müll loswerden“: Hegseth will Frauen aus Kampfeinheiten verbannen

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Trump-Minister Hegseth träumt von der „schlagkräftigsten Armee“. Dafür steht nun die Leistung von Frauen auf dem Prüfstand. Es werden keine Kompromisse geduldet.

Washington, DC – Die radikale Neuausrichtung des US-Militärs unter Präsident Donald Trump nimmt weitere, konkrete Formen an: Nach der symbolischen Umbenennung des Verteidigungsministeriums in „Kriegsministerium“ und dem bereits verfügten Ausschluss von Transgender-Personen aus den Streitkräften steht jetzt die Rolle von Frauen in Kampfeinheiten auf dem Prüfstand.

Eine Soldatin der US-Army. Das Pentagon will nun die Tauglichkeit von Frauen in den Streitkräften prüfen. (Archivbild)
Eine Soldatin der US-Army. Das Pentagon will die Tauglichkeit von Frauen in den Streitkräften prüfen. (Archivbild) © IMAGO/Michael Brochstein/ZUMA Press Wire

Das Pentagon hat eine umfassende Überprüfung der Leistung von Soldatinnen bei Kampfeinsätzen angekündigt – ein Schritt, der im Kontext von Verteidigungsminister Pete Hegseths erklärtem Ziel steht, die „Ära der Rücksichtnahme auf jedermanns Gefühle“ zu beenden und zu „männlichen Standards“ zurückzukehren. Die Maßnahme fügt sich nahtlos in Trumps „America First“-Doktrin ein, die auch eine Rückbesinnung auf traditionelle Geschlechterrollen im Militär zu beinhalten scheint.

Trump-Regierung lässt Leistung von Frauen bei Militäreinsätzen prüfen

Mit der Überprüfung der Leistung von Frauen bei Kampfeinsätzen wolle das Ministerium sicherstellen, „dass das Niveau eingehalten wird und die Vereinigten Staaten über die schlagkräftigste Armee verfügen“, teilte Sprecherin Kingsley Wilson gegenüber dem US-Sender NPR mit. Das nichtstaatliche Institut für Verteidigungsanalysen (IDA) wurde mit der Datenerhebung beauftragt.

Die Standards bei Kampfeinsätzen mit Waffen seien „elitär, einheitlich und geschlechtsneutral“, erklärte Wilson. „Denn das Gewicht eines Rucksacks oder eines Menschen ist für Männer und Frauen gleich.“ Das Verteidigungsministerium werde bei dem Niveau „keine Kompromisse eingehen, um Quoten oder eine ideologische Agenda zu erfüllen“, betonte die Sprecherin. Die Führungskräfte der Armee und des Marine Corps wurden bereits angewiesen, dem IDA relevante Daten zur Einsatzbereitschaft, Ausbildung und Leistung der Einheiten zur Verfügung zu stellen.

Die Ankündigung erfolgt unter Kriegsminister Pete Hegseth, der sich vor seinem Amtsantritt gegen die Beteiligung von Frauen bei Kampfeinsätzen ausgesprochen hatte. In einer Rede vor den ranghöchsten Militärs Ende September 2025 sprach er von einem Kulturwandel im US-Militär und forderte eine Rückkehr zu „männlichen Standards“. „Wir haben genug von dem Mist“, äußerte er sich zu den Gleichstellungsmaßnahmen in der US-Armee.

Kulturwende bei US-Militär: Leistung von Frauen auf dem Prüfstand

Hegseth argumentierte, dass nur noch solche Soldaten zugelassen werden sollten, „die den höchsten Anforderungen für Männer genügen“. Wer diese nicht erfülle, fliege raus. „Wenn Frauen es schaffen, ist das großartig. Wenn nicht, ist es eben so. Wenn das bedeutet, dass sich keine Frauen für bestimmte Kampfeinsätze qualifizieren, dann ist das eben so“, erklärte Hegseth.

Die nationale Frauenorganisation der USA (NOW) forderte daraufhin Hegseths Rücktritt. „Der frauenfeindliche, machthungrige und dysfunktionale Verteidigungsminister Pete Hegseth hat heute mit seiner abweisenden Haltung gegenüber Frauen im Militär einen neuen Tiefpunkt erreicht“, so eine NOW-Sprecherin. Kritik kommt auch von der Gleichstellungsbeauftragten der US-Armee, Kris Fuhr, die die bevorstehende Erhebung als „Lösung für ein Problem, das es gar nicht gibt“ bezeichnete. Sie verwies auf eine Militärstudie aus den Jahren 2018 bis 2023, wonach Frauen in Bodenkampfeinheiten gute Leistungen erbrachten und teilweise sogar bessere Ergebnisse als männliche Soldaten erzielten. (Quellen: t-online, Zeit, afp, dpa) (fbu)