Gefrorene Seen: Eiskalt und unberechenbar

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Gefährliches Vergnügen: Der gefrorene Sylvensteinsee ist unberechenbar. © Arndt Pröhl

Die Seen sind zugefroren und locken Wintersportler aufs Eis. Die Wasserwacht warnt jedoch, die Gefahren nicht zu unterschätzen. Besonders im Fokus: Der Sylvensteinsee.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Thermometer zeigt seit einigen Tagen nachts Werte im zweistelligen Minusbereich an. Auch tagsüber bleiben die Temperaturen frostig. Die zahlreichen inzwischen gefrorenen Seen lassen viele Menschen ihre Schlittschuhe schnüren. Andere stürzen sich zum Baden ins eisige Nass. Bei aller Freude am Wintersport gibt es auf und in Seen jedoch einiges zu beachten.

„Grundsätzlich gilt: Eis ist erst ab einer Stärke von etwa zehn Zentimetern ausreichend tragfähig“, informiert die Kreis-Wasserwacht in einer Pressemitteilung. Aber: „Selbst wenn das Eis an einer Stelle trägt, kann es wenige Meter weiter bereits gefährlich dünn sein.“ Wer einbricht sollte möglichst die Arme ausbreiten, um ein Untertauchen zu verhindern. Wichtig: Helfer sollten niemals die Hand reichen, „die eigene Sicherheit hat oberste Priorität“. Lieber von einem sicheren Standort aus einen Rettungsring, eine Leine, einen Ast oder Schal zuwerfen.

Der Kirchsee werde rege in Anspruch genommen, berichtet Sachsenkams Bürgermeister Andreas Rammler, der betont, dass es von der Gemeinde keine offizielle Freigabe der Fläche gebe. Zuletzt tummelten sich Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler und Eisstockschützen sowie Kite-Surfer auf dem See. „Das Eis war schon mal besser. Es ist eine Schneeschicht drauf und man muss erst räumen“, so Rammler. Eisbaden werde nach wie vor geduldet. Da die Schwimmer die Löcher im Randbereich ins Eis schlagen, sei eine Gefährdung für andere Wintersportler gering.

Viel los war zuletzt auf dem Kirchsee in Sachsenkam.
Viele Schlittschuhläufer waren zuletzt auf dem Kirchsee in Sachsenkam. © Karl Bock

Eisbaden ist auch am Walchensee beliebt. Seit einem Unfall vor zwei Jahren, als ein Mann ums Leben kam, „sind wir aber sensibilisiert“, sagt Lisa Grünwald von der Wasserwacht. Wichtigster Punkt: „Nie alleine eisbaden gehen.“ Ebenfalls sollte man sich langsam an die Kälte gewöhnen, sich danach schnellstens warm einpacken und bei Unwohlsein sofort das Wasser verlassen. Das Interesse am Eisbaden nehme stetig zu – vor allem auch bei Einheimischen. Der Walchensee ist übrigens bis auf den Bereich der Bucht nicht zugefroren. Aufgrund von Winden, Strömungen, Zu- und Abfluss kommt es so gut wie nie vor, dass sich eine geschlossene Eisfläche bildet.

Langlaufen und Skifahren

Langsam kommen auch die nordischen Ski-Sportler auf ihre Kosten. Seit wenigen Tagen ist die Langlauf-Loipe zwischen Hinterriß und Eng in Betrieb. Ebenfalls geöffnet ist der Rundkurs Gilgenhöfe in Lenggries. Die Strecke ist zusätzlich von 17 bis 22 Uhr als Nachtloipe befahrbar. Am kommenden Wochenende ist die klassische Loipe zeitweise für ein Rennen gesperrt: Samstag von 9.45 bis 12 Uhr, am Sonntag von 10.45 bis 13 Uhr. Am Gaißacher Reiserhang wurde die Piste präpariert und der Schlepplift ist in Betrieb. An diesem Donnerstag und Freitag ist von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag von 9 bis 16.30 Uhr. Zusätzlich ist am Freitag und Samstag Abendlauf von 19 bis 22 Uhr. Am Brauneck sind fast alle Lifte in Betrieb.

Das Betreten aller Eisflächen im Gemeindebereich Lenggries erfolge auf eigene Gefahr, informiert Rathaus-Sprecherin Birgit Kirstein. Sie verweist stattdessen auf den Natureisplatz der Eishockeyfreunde am Fuß der Brauneck-Bergbahn. Dieser ist derzeit täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Besonders warnt sie vor dem Betreten des Sylvensteinsees, der derzeit zugefroren ist. Eine Seltenheit, wie Tobias Lang vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim bestätigt.

Zuletzt tummelten sich auch dort vereinzelte Wintersportler – trotz Verbotsschildern, die rund um den See aufgestellt sind. Es hat laut Lang einen guten Grund, warum das Eislaufen auf dem bewirtschafteten See nicht zulässig ist: Durch seine Zu- und Abflüsse ist der ganze Stausee in Bewegung. Durch seine spezielle Form gibt es Strömungen. Das Heben und Senken der Eisdecke führt zu Rissen und Hohlräumen. All dies macht den See unberechenbar – und lebensgefährlich.

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