Die Bergwacht rückte 121 Mal zu Unfällen am Sudelfeld und Spitzingsee aus

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Ein Helikopter war bei einem Einsatz der Bergwacht Leitzachtal auf der Herrenabfahrt erforderlich. Die verunglückte Person erlitt nach einem Sturz ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und eine Rippenserienfraktur. © Bergwacht Leitzachtal

Die Bergwachten meldeten über 120 Einsätze während der Weihnachtsferien. Am 29. Dezember waren alle regionalen Krankenhäuser belegt.

Insgesamt 70 Einsätze hatte die Bergwacht Leitzachtal gemeinsam mit den Kameraden aus Hausham, Brannenburg, Bad Feilnbach und München im Zeitraum von 24. Dezember bis 6. Januar allein am Sudelfeld zu stemmen. Das teilte Sabrina Höflinger von der Bergwacht Leitzachtal mit.

„Das Einsatzaufkommen lag insgesamt etwa auf dem Niveau des Vorjahres, im Tal auf den Loipen und im freien Gelände war es verhältnismäßig ruhig, obwohl auch hier nach den Weihnachtsfeiertagen viele Erholungssuchende unterwegs waren“, bilanziert Bereitschaftsleiter Marinus Gruber von der Bergwacht Leitzachtal laut der Pressemitteilung. Demnach waren nicht nur Wintersportverletzungen unter den Einsätzen, sondern auch akute internistische Notfälle.

Zusätzlich zu den Einsätzen im Skigebiet hatte die Bergwacht Leitzachtal neun weitere, darunter First-Responder-Einsätze im Tal. Zum Beispiel ein Notfall mit Reanimation in Bayrischzell, bei dem die Bergwacht Leitzachtal als erste vor Ort war und bis zum Eintreffen des Rettungswagens aus Rosenheim die Versorgung übernahm. Der einsatzreichste Tag der Weihnachtsferien war der 29. Dezember, an dem die Bergwacht im Skigebiet Sudelfeld elf Mal ausrücken musste.

Auch die Bergwacht Schliersee hatte am 29. Dezember alle Hände voll zu tun: „An dem Tag gab es so viele Unfälle, dass alle Krankenhäuser der Region belegt waren, weshalb die Rettungswägen das Krankenhaus Kufstein anfahren mussten“, berichtet Bereitschaftsleiter Kilian Roach. Im Zuständigkeitsbereich der Bergwacht Schliersee lag die Zahl der Einsätze mit insgesamt 51 allein im Skigebiet Spitzingsee während der Weihnachtsferien sogar leicht über dem Durchschnitt der Vorjahre. Ursache könnte der lebhafte Betrieb im Gebiet Spitzingsee sein, meint Roach. Zumal der Bereich um die Firstalmen in den Ferien schneebedingt nicht befahrbar gewesen sei, weshalb sich die Skifahrer auf kleinerer Fläche drängten.

Bei den Unfällen handelte es sich überwiegend um Stürze mit Verletzungen an Knie, Sprunggelenk und Schulter. Acht Einsatzkräfte der Bergwacht Schliersee halten sich an den Wochenenden im Skigebiet bereit, unter der Woche vier. „Dank des zweiten Ski-Doos, den wir 2024 in Betrieb genommen haben, brauchen wir bei Einsätzen weniger Manpower“, sagt Roach. Während ein Einsatz mit dem Akja vier Kräfte erfordere, seien beim Ski-Doo zwei Kräfte ausreichend. Die Wartung der Schneefahrzeuge sei teuer, weshalb die Bergwachten auf Spenden angewiesen seien.

Im Skigebiet Spitzingsee fanden mit Abstand die meisten Einsätze der Bergwacht Schliersee statt. In ihrem restlichen Bereich, zu dem etwa die derzeit nur dünn mit Schnee bedeckte Rodelbahn an der Oberen Firstalm gehört, gab es in den Ferien insgesamt acht Einsätze. Den nächsten Peak erwartet Roach – abhängig vom Schneen – in den Faschingsferien.