Der Trainer schweigt – und der EC Peiting dreht nach 0:3 noch richtig auf

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Endlich mal wieder jubeln: Peitings Spieler drehen nach dem Heimsieg über die Tigers aus Bayreuth eine Ehrenrunde vor den Fans. © Holger Wieland

Coach Lanny Gare schwieg in der Auszeit. Seine ungewöhnliche Methode zeigte Wirkung. Am Ende gewann der EC Peiting in der Oberliga gegen Bayreuth.

Peiting – Die Auszeit im Eishockey kommt häufig zum Einsatz, wenn das Team von der Rolle ist. Normalerweise versucht dabei der Trainer, seine Mannschaft mit entsprechenden Worten wieder in die Spur zu bringen. Lanny Gare, der Coach des EC Peiting, ging nach den drei Gegentoren, die sich seine Mannen im ersten Durchgang gegen die onesto Tigers Bayreuth eingefangen hatten, einen anderen Weg: Er schwieg.

„Ich habe nichts gesagt und meinen Jungs Zeit zur Reflexion gegeben“, berichtete Gare von der Auszeit. Und das Schweigen hatte belebende Wirkung auf die Spieler. Die Peitinger drehten im Anschluss auf und machten aus einem 0:3 einen 6:3-Erfolg. „Die Mannschaft hat einen Top-Charakter gezeigt“, lobte Gare danach seine Truppe, die mit einem starken Comeback gegen den Tabellensiebten die kleine Krise mit vier Niederlagen in Folge beendete. Mit dem ersten dreifachen Punktgewinn 2026 mischt der ECP als Neunter weiterhin im extrem engen Kampf um den Einzug ins Pre-Play-off gut mit.

Gegentor nach 25 Sekunden

Dabei war der Start für die Peitinger komplett danebengegangen. Einen Fehlpass im eigenen Drittel bestrafte Kyle Bollers schon nach 25 Sekunden mit dem 0:1. Carson MacKinnon (8.) und Justin Maylan (11.) verpassten danach den Ausgleich. Effektiver zeigten sich die Gäste: Zwei Tore von Aidan Brown (14.) in nur 35 Sekunden zum 0:2 und 0:3 erinnerte nicht nur an die 6:7-Niederlage nach Verlängerung beim ersten Heimduell gegen die Bayreuther, als Brown gleich viermal traf. Der Doppelpack war ein Deja-Vu, denn der ECP hatte sich schon in den vergangenen Partien regelmäßig mehrere Gegentore in kurzer Zeit eingefangen.

Gare reagierte auf den Rückschlag mit einer Auszeit – danach lief es besser. Der ECP agierte in der Folge in der Defensive wesentlich konzentrierter. In der Offensive erhöhte er den Druck. Thomas Heger (22.) scheiterte zunächst mit einem „Bauerntrick“, um nur Sekunden später doch zum 1:3 zu treffen. „Wir haben auch die Taktik etwas verändert“, verriet Gare. Das Tor gab seinem Team sichtlich Auftrieb. Auch die vierte Reihe mit Niklas Greil, Artur Richter und Förderlizenzspieler Marius Helmle, die Gare regelmäßig brachte, machte Druck, selbst gegen die Topreihe der Gäste. In Unterzahl vergab Heger (27.) die Chance zum Anschlusstreffer. Dafür bereitete er das 2:3 wenig später mustergültig vor: Maylan (30.) vollendete den guten Angriff der zweiten Formation. Noch mitten im Jubel der ECP-Fans schlug die Reihe erneut zu. Heger (31.) glich mit einem platzierten Schuss aus.

Penalty abgewehrt

Wenig später bekamen die Bayreuther einen Penalty zugesprochen. Förderlizenz-Torwart Pascal Seidel parierte aber gegen Alex Barber (35.). „Mit seiner Leistung bin ich sehr zufrieden“, lobte Gare den jungen Torhüter, der auch am kommenden Wochenende zur Verfügung stehen wird. Simon Mayr (38.) nutzte das erste Überzahlspiel kurz vor dem zweiten Wechsel zum 4:3; er traf per Distanzschuss.

Im Schlussdrittel gaben die Gastgeber weiter Gas. Carson Briere (44., 47.) schnürte einen Doppelpack zum 6:3. Danach räumte Tigers-Goalie Conner McLeod das Feld. Back-Up Daniel Arendas verhinderte gegen Maylan (49.) den siebten Gegentreffer. Ein Aufbäumen der Bayreuther blieb aus. Die letzte Aktion gehörte Seidel, der eine Großchance von Bollers (59.) stark mit der Fanghand vereitelte.