Nach Konflikt: Die Herzsportgruppe des BRK Dachau startet neu durch

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Trainerin Judith Göttler (Dritte von links) inmitten der Herzsport-Mitglieder. Links neben ihr Chefarzt Dr. Christian Günzel und Notfallmanager Stefan (links außen). © dn

Die Herzsportgruppe drohte wegen „Knebelverträgen" auseinanderzubrechen. Doch die Teilnehmer kämpften für ihre Trainer und das Angebot.

Seit mehr als vier Jahrzehnten bietet die Herzsportgruppe des BRK Dachau Menschen mit chronischen Herz-Kreislauferkrankungen einen geschützten Rahmen, um nach schweren medizinischen Eingriffen mit sanfter und gezielter Bewegung wieder fit zu werden. Jeden Montag treffen sich rund 25 Mitglieder zum gemeinsamen Training in Dachau, wie der Dachauer BRK-Kreisverband mitteilt. Nach einem erfolgreichen „Neustart“ im März vergangenen Jahres sei die Gruppe nun „mit viel Schwung und Motivation in das neue Jahr gestartet“.

Wie berichtet, hatte die Geschäftsführung des BRK-Kreisverbands vor gut zwei Jahren gewechselt, was dazu führte, dass die neuen Köpfe an der Spitze das alte Trainerteam der Herzsportgruppe mit modifizierten – wesentlich schlechteren – Verträgen hatte ausstatten wollen. Vor ziemlich genau einem Jahr eskalierte der Streit dann, Rehasport-Trainerin Judith Göttler sprach gegenüber der Heimatzeitung von „Knebelverträgen“ und die Gruppe drohte, auseinanderzubrechen.

Doch die Sportler kämpften um ihre Trainer und das Angebot, auch die Heimatzeitung mischte sich ein. Am Ende kam es zum „Neustart“, wie es das BRK nun umschreibt. Einzige echte Neuerung: Die Unterrichtseinheiten finden nicht in der Schulturnhalle an der Steinstraße statt, sondern im Rotkreuzsaal.

Rehasport-Trainerin Göttler ist über den Ausgang des Konflikts zufrieden. Auch Gruppenmitglied Erwin Hartmann aus Etzenhausen erinnert daran, dass die Gruppe kurz vor der Auflösung gestanden hätte und sich alle für den Fortbestand eingesetzt hätten. Man sei sehr dankbar, dass es weitergehe, denn die Gruppe werde für die eigene Gesunderhaltung und insbesondere für die soziale Komponente gebraucht. Das gesellige Miteinander gelte als mindestens so wichtig wie der Sport.

Der BRK-Kreisgeschäftsführer Dennis Behrendt bestätigt mittlerweile ebenfalls, dass für das BRK Prävention genauso wichtig sei wie Hilfe im Notfall. Umso bedeutsamer sei es, dass in den Herzsportgruppen nicht nur etwas für die Gesundheit getan werde, sondern auch „menschlich starke Verbindungen“ entstünden.

Über den Neustart zeigen sich die Teilnehmer erleichtert. Wilfried Meineke aus Peine in Niedersachsen, seit drei Jahren Mitglied, berichtet, er fühle sich in der Gruppe sehr wohl. Heike Giesche, seit vier Jahren dabei, bezeichnet die Herzsportgruppe als eine super Gruppe. Der Dachauer Sepp Baur, der seit 2012 Mitglied ist, spricht von einer wirklich „tollen Einrichtung“ und hebt hervor, die Anleitung sei so gut, dass er die Übungen auch zu Hause ausführen könne.

Die Herzsportgruppen in Dachau und Markt Indersdorf richten sich an Menschen mit chronischen Herz-Kreislauferkrankungen. Die Teilnahme wird vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt. Im Mittelpunkt stehen Bewegungs- und Sporttherapie, ergänzt durch den Austausch in der Gruppe und die langfristige Stabilisierung der körperlichen und seelischen Gesundheit der Teilnehmer.

Weitere Infos unter www.kvdachau.brk.de.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/sport/lokalsport/dachau/nach-konflikt-die-herzsportgruppe-des-brk-dachau-startet-neu-durch-94112602.html