Nach heftigem Wortwechsel: Tschechiens Außenminister will Beziehungen zur Ukraine retten

Der neue tschechische Außenminister Petr Macinka will in naher Zukunft die Ukraine besuchen, wie „Kyiv Independent“ berichtet. Der geplante Besuch folgt auf diplomatische Spannungen, die durch umstrittene Äußerungen des Vorsitzenden des tschechischen Abgeordnetenhauses, Tomio Okamura, zum Krieg in der Ukraine ausgelöst worden waren. 

Macinka erklärte, er habe telefonisch mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha über die weitere Zusammenarbeit gesprochen. Dabei seien sowohl die Reaktionen des ukrainischen Botschafters in Prag als auch Okamuras Aussagen thematisiert worden. „Ich betrachte diese Angelegenheit nun als abgeschlossen“, sagte Macinka laut dem „Kyiv Independent“. Die weitere Kommunikation solle wieder über die üblichen diplomatischen Kanäle erfolgen.

Diese Worte lösten die Spannungen zwischen den Ländern aus

Okamura hatte in seiner Neujahrsansprache scharfe Kritik an weiterer militärischer Unterstützung für die Ukraine geübt, wie „RBC Ukraine“ berichtet. Tschechien dürfe nicht weiter „das Geld seiner Bürger an Ausländer verschenken“, nur weil militärische Propaganda dies verlange, sagte er. Den russischen Angriffskrieg bezeichnete er zugleich als „absolut sinnlos“. Der ukrainische Botschafter in Tschechien, Vasyl Zvarych, reagierte empört und nannte die Aussagen „unwürdig und absolut inakzeptabel“.

Der tschechische Außenminister, Petr Macinka.
Der tschechische Außenminister, Petr Macinka. MICHAL CIZEK/AFP via Getty Images

Macinka betonte zudem, dass er mit Sybiha auch über die Haltung Tschechiens gegenüber den in dem Land lebenden Ukrainern gesprochen habe. Man sei sich einig, dass es eine gemeinsame Aufgabe sei, das gesellschaftliche Klima zu verbessern. 

Tschechien bleibt verlässlicher Verbündeter der Ukraine

Sybiha sprach seinerseits von einem „sehr substanziellen und konstruktiven Gespräch“ und erklärte, beide Seiten hätten vereinbart, „die jüngsten Wortwechsel hinter sich zu lassen“.

Seit Beginn der russischen Invasion zählt Tschechien zu den verlässlichsten Unterstützern der Ukraine. Das Land lieferte unter anderem Panzer, Hubschrauber und nahm Hunderttausende Geflüchtete auf.